Der deutsche Genrefilm hat ein großes Problem: Selbst die solide oder gar gut gemachten Werke hinken ihren großen Vorbildern (meist aus Hollywood) hinterher. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen der deutsche Film mit Pioniergeist gedreht wurde und der Filmwelt die Richtung anzeigte. Gut, das ist auch schon 100 Jahre her.
WHOAMI? ist ein Hackerthriller, der einiges gut macht und vieles sogar besser als seine Vorgänger in diesem Subgenre. Wobei man natürlich geteilter Meinung sein kann, ob eine visuelle Metapher für Computergetippe – wie hier die Begegnungen und Dialoge in einem Straßenbahnwagen – wirklich notwendig ist. Die Schauspieler (Tom Schilling, Wotan Wilke Möhring und sogar Elyas M’Barek) sind gut oder füllen zumindest ihre Rollen gut aus.
Aber der Film orientiert sich einfach in seiner Struktur zu offensichtlich an Filmen, die eben leider zu Meilensteinen der späteren Filmgeschichte gerechnet werden wie THE USUAL SUSPECTS und FIGHT CLUB. Und hier werden die Mängel der deutschen Version nur zu offensichtlich.
WHOAMI? ist ein Thriller für Fußgänger, nicht schlecht „für einen deutschen Film“, aber weit entfernt, irgendetwas anderes zu sein als ordentliche Sonntagabendunterhaltung an Stelle des Tatorts.