Die trotz (wofür auch immer) FSK18-Freigabe wohl kaum ungekürzte MCP-Fassung der Softsex-Klamotte nach dem Erotik-Klassiker von Bambi-Autor Felix Salten erzählt die Geschichte der berühmt-berüchtigten Wiener Hure Josefine Mutzenbacher, die hier als vornehme Dame auftritt und dem verklemmten Verfasser des Buches „Sitte und Moral als Grundlage des Staates“ ihre feuchtfröhliche Lebensgeschichte erzählt und den biederen Hampel in Versuchung zu führen versucht – ob das wohl klappt?
Oft kann ich Kostümfilmchen dieser Art und Zeit aufgrund ihrer liebenswert-naiven Machart und der natürlichen Optik der Darstellerinnen einen gewissen Charme und drolligen Unterhaltungswert abgewinnen wenn auch meistens keine wirklich erotische Atmosphäre aufkommt.
Teils trifft das auch hier zu, nur mit dem abgewinnen wird’s wirklich schwierig...
Das man nicht viel zu sehen bekommt ist dabei nicht mal so tragisch und liegt wohl weniger an mehreren ebenso harten wie unnötigen Schnitten(*) als an der Machart des Ganzen, die altbackene Prüderie mit Albernheiten („k.u.k-Zensur“) und doofer Ersatz-Symbolik (poppende Glanzbildchen und Puppen, Lederriemen, Gießkannen... muar!) zu kaschieren versucht, was sehr schnell ganz gewaltig nervt.
(* sollte das tatsächlich so abgedreht worden sein, wär's ne Frechheit! *)
Ein Humor- oder gar Erotik-Punkt ist so jedenfalls nicht drin, mehr so minus um ehrlich zu sein.
Denn andererseits gibt es auch mehrere Momente die sauer aufstoßen, angefangen von Josefines angedeuteten präpubertären Erlebnissen bis hin zu Sätzen wie „das geht doch keinen was an, was Sie mit Ihrer Tochter machen“ in eindeutigem Zusammenhang.
Damals mag das vielleicht lustig erschienen sein, heutzutage jedoch klar auf Kollisionskurs mit dem guten Geschmack während das übertriebene Getue der überzogenen Charaktere (am schlimmsten der Fotograf), Dialekt und dümmliche Lieder kompromisslos nerven.
Die Handlung, die sich im Grunde auf eine lose Überleitung von einer mehr oder weniger dämlichen Fledder-Szene zur nächsten beschränkt, kann man dabei auch getrost vergessen.
Gewisse sozialkritische Aspekte über die Zustände in den Hurenquartieren und Elendsvierteln im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Kontrast zur Doppelmoral der sittenstrengen Oberschicht klingen zwar an, haben aber zumindest hier kein wirkliches Anliegen, in der Literatur-Vorlage mag das anders sein.
1 Pluspunkt gibt es fairerweise für die überzeugenden Kulissen und Kostüme sowie immerhin ausreichende darstellerische Leistungen was die "Mutzenbacherin" von noch größerem Mist abhebt, den ich schon gesehen habe ("Womb Raider" zum Beispiel).