Ich habe bisher nur die ersten 8 Folgen gesehen und bin schon jetzt vollauf begeistert.
Amerikanische TV-Serien werden zwar häufig aufgrund ihres "Graue Maus"-Daseins immer etwas belächelt, da man sie meist billig für den Fernsehmarkt produziert werden, "Band Of Brothers" ist aber hier die absolute Ausnahme.
Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO produzierte dieses Tagebuch einer Fallschirmspringer-Einheit im 2.Weltkrieg, welche es nach Frankreich, Belgien und Holland verschlägt. Das Drehbuch wurde nach der autobiografischen Vorlage von Stephen E. Ambrose verfasst, Tom Hanks und Steven Spielberg fungierten als Executive Producer.
Da drängt sich natürlich der Vergleich zum "Soldat James Ryan" auf, den "Band of Brothers" eindeutig für sich entscheidet. Der Dokumentarfilm-Look ist zwar der gleiche, aber "Band of Brothers" fehlt (wohltuenderweise) das verbrämte Pathos und die Tauglichkeit als "Tränenzieher" des "Soldat James Ryan". Dennoch wird der Krieg und das Empfinden der Soldaten sehr eindringlich geschildert, auch sind (teure) Schlachtenszenen zu finden.
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass hauptsächlich nur No-Names mitspielen (außer "Friends"-Star David Schwimmer als Ausbilder), was der Dokumentation des Schicksals einer Einheit und nicht eines einzelnen Mannes zugute kommt. Der Zuschauer kann sich auf keine Hauptfigur beschränken.
Jede Folge wird desweiteren aus jeweils einer anderen Perspektive eines anderen Soldaten gezeigt. Was zwar zu einer subjektiven Sichtweise führt, aber so auch die unterschiedlichen Charaktere gezeichnet werden können.
Auch die dokumentarischen Bilder und die zurückhaltende Filmmusik von Michael Kamen überzeugen.
Einziges Manko bleiben die manchmal nicht ganz gelungenen Special-Effects. Dennoch ist die Inszenierung der Folgen äußerst gelungen und die Produktion aufwändig.
Ich vergebe 9 von 10 Punkten.