Die Geschichte der 506. Kompanie der 101. Airborne, die alle grossen Kampfeinsätze des 2. Weltkrieges mitgemacht haben. Ihre Freuden und Leiden, Trauer und natürlich Tod.
Normalerweise bin ich nicht so sehr Fan von Kriegsfilmen, bis auf einige Klassiker, aber diese Mini-Serie wurde mit so viel Aufwand und Detailreichtum produziert, daß sie einen wirklich in die grausame Welt des 2. Weltkrieges entführen kann und alle Freude und alles Leid verständlich macht.
Ich habe in einem Marathon alle Folgen so gut es ging hintereinander gesehen, damit ich den Bezug nicht verliere.
Die Charaktere sind wirklich exzellent herausgearbeitet, man hat sich nach 2 Folgen seinen Liebling ausgesucht und verfolgt dessen Werdegang, so es der Verlauf des Filmes gestattet. Einige Charaktere, die während der Ausbildungszeit vorgestellt und beleuchtet werden, schaffen es bis zum Ende des 10. Teiles nicht und das ist beängstigend - nichts ist gewiß in einem Krieg.
Der heimliche Hauptdarsteller, Damian Lewis, hat Charisma und fesselt mit der Darstellung des den Soldaten zugetanen und fairen Soldaten Richard D. Winters. Mir persönlich hat dieser Charakter, in Verbindung mit den anderen vorgestellten Personen, am besten gefallen, er hat auch die meiste Screen-Time bekommen - daran wird es wohl liegen.
Besonders eklig wie immer ist der Ausbilder in Gestalt von David Schwimmer, der die erste Folge dominiert und für seine Ekligkeit zuerst belohnt zu werden scheint, dann aber doch noch "sein Fett wegbekommt". Sehr überzeugend, obwohl er ja auf eine komödiantische Rolle festgelegt ist ("Friends").
Auch die locker auftauchenden Charaktere wie Colonel Sink (Dale Dye), Captain Speirs (Matthew Settle), der Soldat durch und durch ist, sowie der immer sympathische Denver Randleman (Michael Cudlitz) erfreuen mit ihrem Auftreten und überzeugen voll.
Was mir besonders gut gefallen hat und seit "Full Metal Jacket" nicht mehr gemacht wurde, ist der äußerst dünn gesäte Gebrauch von lustigen Dialogen. Die Leiden des Kriegs werden dadurch noch realistischer, die Charaktere haben meist nur noch makaberen Humor oder gar keinen mehr ("Vorsicht, wenn Euch Speirs ne Zigarette anbietet.")
Die Kulissen sehen wirklich sehr echt aus, wobei ich natürlich über den Wald in Bastogne oder das Aussehen von Eindhoven nichts sagen kann. Doch man nimmt es den Aufbauten sofort ab, daß dort eben Holland, Belgien oder Deutschland sein soll.
Die investierte Mühe, als es um Authentizität geht, sieht man auch in diesem Werk.
Musik und Bilder harmonieren sehr gut, dennoch merkt man schon, wenn etwas schicksalschwangeres passieren soll, denn meist gibt es keine Musik, doch dann setzt sie plötzlich ein und man kriegt so ein Signal, daß Aufmerksamkeit gefordert ist.
Mir hat diese Serie sehr gut gefallen, einige Schauplätze habe ich auch wiedererkannt, da sie in vielen Ego-Shootern verwurstet wurden, wie zum Beispiel die Flak-Geschütze, die die Easy-Company einnimmt und zerstört, der Wald in der Bastogne und das "Adlerhorst".
"Band of Brothers" zeigt den Krieg wie er wirklich ist - eine Tötungsmaschinerie, die Landsleute zu Todfeinden macht (die Szene mit den Volksdeutschen beispielsweise), die eigentlich kein Mensch braucht. Dadurch, daß sich die Serie so nah an der Realität bewegt und sehr wenig des gefürchteten Hurra-Patriotismus (es sei den Propagandafilmchen vergeben, die gezeigt werden) benutzt wird, hat mich das Gezeigte sehr beeindruckt. Regisseure und Produzenten haben wirklich ein beachtliches Stück Filmgeschichte abgeliefert.
9 von 10 Punkten