Während sich die Polizei in L.A. eine Verfolgungsjagd mit einem Eiswagen liefert, hetzt der Video-Junkie Kev dem Fahrzeug mit dem Fahrrad hinterher, um seine vermeintlich gekidnappte Freundin Iris zu retten, während der Zuschauer 'nen Blick auf drei unheimliche Filmchen werfen kann, die da offenbar aus dem besagten Vehikel in den Äther entsendet werden... "Dante the Great": Dank Houdinis Umhang wird der mittelmäßige Zauberer Dante zum größten Magier der Welt, allerdings muss er dafür auch ab und an mal eine Assistentin an das Cape verfüttern... "Parallel Monsters": Der Erfinder Alfonso öffnet ein Portal in ein Spiegel-Universum und tauscht mit seinem Doppelgänger für 15 Minuten die Rollen, erlebt in der Parallel-Dimension jedoch eine böse Überraschung... "Bonestorm": Ein paar US-Skater-Bois bekommen es während eines Video-Drehs in Tijuana mit einem Voodoo-Zombie-Todeskult zu tun, der ihnen ans Leder will... Nach den beiden vorhergehenden Anthologien "V/H/S -Eine mörderische Sammlung" und "S-VHS" war es bestimmt schwierig, diese nochmal zu toppen, allerdings hat man das Gefühl, die Macher dieses äußerst schlappen dritten Teils hätten das nicht einmal versucht, denn "V/H/S: Viral" ist nicht nur durch und durch ideenarm, sondern auch rein filmisch so sloppy geraten, wie man das von den schlimmsten Vertretern des Found-Footage-Sujets gewohnt ist. Hier gibt es nun nicht mal mehr einen plausiblen Rahmen, innerhalb dessen das Ansehen der einzelnen Episoden erzählerisch Sinn machen würde... nein, auch die Storys an sich scheren sich gerade mal einen Dreck darum, ob da nun sinnvoll durch die verschiedenen Kamera-Perspektiven gewechselt wird oder ob diese auch plausibel "selbst gefilmt" sein könnten, denn vieles funktioniert hier nach den Regeln herkömmlicher Filmemacherei und wirkt dadurch nur noch fake, fake, fake! "Dante the Great" ist sogar nicht mal mehr ein reiner Found-Footage-Beitrag, sondern eher schon eine Mockumentary und springt zum Ende hin sogar in eine ganz gewöhnliche, fiktive Erzähl-Perspektive... und wirkt damit als "V/H/S"-Segment schon gänzlich fehl am Platz. Diese Episode fällt aber alleine schon deshalb völlig flach, weil die präsentierten Zaubertricks überdeutlich als CGI-Trickserei auszumachen sind, auch wenn die Spielereien mit dem Umhang (erinnert ein wenig an das lebendige Cape von "Dr. Strange") schon ganz witzig sind. "Parallel Monsters" von "Timecrimes"-Regisseur Nacho Vigalondo ist danach echt öde, während das Duo Benson/Moorhead mit seiner Episode "Bonestorm" offenbar versucht hat, Gareth Evans' "Safe Haven" aus dem Vorgänger in Sachen Rasanz zu übertreffen, im Ergebnis inszenatorisch aber längst nicht so ausgefeilt und in Sachen Gewalt auch nicht so in-your-face ist wie diese und deshalb auf ganzer Linie scheitert. "V/H/S: Viral" umweht nicht mal mehr ein Hauch der Creepiness der beiden Vorgänger und das Franchise-Gimmick wird auch nicht stringent durchgezogen... und das erhebliche Maß an künstlichen Bild-Defekten vermittelt dieses Mal keine Authentizität, sondern erschwert nur den Blick auf die blutigen Details, wobei das Ganze aber LANGE nicht mehr so splatterig geworden ist wie die ersten beiden Teile. Dafür gibt es innerhalb der Rahmenhandlung dann zum Ende hin noch notdürftig ein wenig Medien- und Gesellschaftskritik, die den Speck allerdings auch nicht mehr fett macht und das Ganze keinesfalls - wie bestimmt beabsichtigt - als Bruder im Geiste von David Cronenbergs "Videodrome" dastehen lässt, der immer noch in einer ganz anderen Liga spielt. Ach ja, dass es dieses Mal nur noch drei Episoden gibt, liegt offenbar daran, dass eine vierte Geschichte nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte und dafür nun als Bonus auf dem limitierten Blu-ray-Mediabook nachgereicht wurde (und so schwach ist wie der Rest)... warum bitteschön nicht auch auf der normalen DVD?!? Fazit: "V/H/S: Viral" ist das schwarze Schaf und hoffentlich der Tiefpunkt der Reihe. Enttäuschend!
3/10