Eine junge, geschiedene Frau versucht sich und ihrem Kind eine neue Perspektive aufzubauen, doch mit Hindernissen. Sie findet einen neuen Job in einem Verlag und eine neue Wohnung, die allerdings feucht ist. Ihr Ex-Mann versucht zudem noch, ihr das Sorgerecht für die Tochter Ikuko streitig zu machen. Als ihr noch das vor zwei Jahren verschwundene Mädchen Mitsuko auf mysteriöse Weise erscheint, gerät die labile Mutter in eine psychische Krise. Beschränkt sich die erste Hälfte des Films überwiegend darauf, das Familiendrama aufzubauen und nur kurze, prägnante Mysteryansätze einzustreuen, weitet sich "Dark Water" zu einem bedrückendem, gruseligen Film aus der "Ring"-Schmiede aus. Hierbei scheinen sich die beiden Grundgeschichten um Ikukos Sorgerecht und der unheimlichen Herkunft des geisterhaft erscheinenden Mädchens von nebenan gegenseitig anzuziehen und die ahnungs- und teils hilflosen Hauptfiguren immer weiter in ihr Unheil zu verstricken. Der Zuschauer bekommt einige visuelle Leckerbissen zu sehen, die Mysteryeffekte und das fast ständig präsente Wasser, das aus Decken, Wänden und Sanitäranlagen tropft und fließt, verwandeln das leblos graue Wohnhaus in eine unwirtliche Umgebung. Die zusätzlichen Schockmomente steigern sich zum Ende hin, sind aber verhalten eingesetzt. Wer Japanmystery mag, wird sich hieran erfreuen, der akzentuiert eingesetzte, düstere Soundtrack trägt nicht minder zur Atmosphäre bei. Zugegeben, die einzelnen Bauteile für "Dark Water" gibt es fast allesamt schon in anderen Grusel- und Horrorfilmen aus Asien und einiges am Familiendrama kann man als Längen auslegen, trotzdem bleibt dieser Streifen von Hideo Nakata sehenswert, auch was die guten Schauspieler angeht (insbesondere die beiden kleinen Mädchen), abgesehen von dem Overacting der Nebenfiguren.
Fazit: Weiterer "Ring"-Nachzügler, der durchaus atmosphärisch, aber nicht gerade actionreich ist. 6/10 Punkten