Eine Verfilmung einer der ersten und erfolgreichsten Bastei-Serien, aus deutschen Studios frisch auf die Mattscheibe – das mußte ja schiefgehen. Die Frage ist, in welchem Ausmaße.
Dem Sinclair-Kenner fällt natürlich auf, daß die Vorlage offenbar der „Voodoo-Mörder“ ist, einer der ersten Romane, der noch in der Serie „Gespenster-Krimis“ erschien. Der erste Schock: um Geld zu sparen, verlegte man die Handlung kurzerhand nach Deutschland, was allein noch zu ertragen wäre. 4 Kölner Studentinnen machen eine Facharbeit über Hexenverbrennungen, suchen eine Kultstätte direkt vor den Toren der Domstadt auf, und zelebrieren erstmal schwarze Messe. Zeitgleich findet ein debiler Kirchenrestaurator (Thierry van Werveke, der wohl dringend Geld brauchte) bei Arbeiten im Dom einen Ring (den „Regisseur“ Klaus Knoesel wohl vor Drehbeginn aus einen Kaugummiautomaten gezogen hat), der ihn sogleich in den Bann des „Schwarzen Tods“ zieht, dessen Hiwi er nun für den Rest des Films abgeben muß. Per Voodoo-Puppen macht er sich nun daran, die Mädels ins Nirwana zu schicken, und da eine ausgerechnet Urlaub in London macht, tritt nun John Sinclair (Florian Fitz) auf den Plan. Der zweite Schreck: Weder er, noch Glenda, noch Bill entsprechen optisch oder charakterlich den Romanvorbildern, sind aber immerhin bemüht. Das kann man leider von den 4 Opfern (von denen eine in der Pathologie von Scotland Yard als Zombie herumstolpert) nicht behaupten. Am schlimmsten kommt Tabea Tiesler rüber, die dann blöderweise auch noch die meiste Mattscheibenzeit für sich beansprucht. Sowas von lust- und emotionslos sieht man nichtmal in den guten ARD-Vorabend-Soaps. Dennoch verliebt sich John natürlich unsterblich in sie, weil das Drehbuch es so haben will. Übrigens interessant, das unser „Sohn des Lichts“ immer komplett in schwarz rumrennt – ein Paradoxum? Soviel Originalität geht dem Film leider völlig ab. Nächster Lapsus auf schauspielerischer Ebene ist Utz Krause, der die Rolle des Will Mallmann dermaßen fehlinterpretiert, daß man ihn am liebsten tot sehen will. Doch nichtmal den Gefallen tut uns der Film (nein, in DEM Punkt hat man sich an den Roman gehalten). Während der Kirchenrestaurator (der offenbar einen Zweitjob als Bibliothekar hat) die ersten 3 Mädels nun reanimiert, um die vierte zu holen, weiß John immerhin schon, daß der Schwarze Tod (die peinlichste Computeranimation aller Zeiten, die erst mit Jar Jar Binks getoppt wurde) dahintersteckt. Dennoch kann er nicht verhindern, daß seine Angebetete geholt wird, lediglich die Stadt Köln kann er vor Schlimmerem bewahren…
Ich könnte noch weiter in diesem Stil schreiben, doch das würde den Anschein erwecken, daß mir der Film nicht gefallen habe. Dem ist jedoch nicht so, denn eines hat der Film en masse: unfreiwillige Komik, was mir als Trash-Lacher natürlich sehr gefiel. Edward D. Wood, jr. wäre auf diesen Film wahrscheinlich stolz gewesen.
Ärgerlich bleibt allerdings, daß es hier völlig vergeigt wurde, eine ordentlich deutsche Mysteryserie aus der Taufe zu heben, was wirklich mal ein Novum gewesen wäre. 3 Jahre nach diesem Machwerk machte man dann einen zweiten Versuch mit völlig anderer Besetzung, der zwar nicht ganz so schlimm in die Hose ging, aber den meisten Fans ebenfalls die Zornesröte ins Antlitz trieb.
Für Trash-Fans super, für alle anderen langweilig bis ärgerlich.