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Berühmte Serienkiller üben seit jeher eine gewisse makabere Faszination aus und wenn es gleich sechs der berüchtigtsten in einen Film schaffen, kommt man um eine Sichtung nicht umhin. Schade allerdings, dass sich Regisseur Steven Judd scheinbar überhaupt nicht mit Jeffrey Dahmer und Konsorten auseinander gesetzt hat, denn die Killer mutieren beinahe zu Witzfiguren.

Auf einer Reise zum Grand Canyon überhitzt der Bus und so muss eine bunte Truppe von Touristen um Soldat Simon (Damien Puckler) in einem verlassenen Wüstenkaff ausharren, in dem sich unter anderem ein Museum über Serienkiller befindet. Nach einem satanischen Ritual werden jene Massenmörder wieder zum Leben erweckt...

Die Grundidee, welche ein wenig an "Reise zurück in die Zeit" erinnert, ist durchaus brauchbar und mit ein wenig Liebe zum Detail hätte daraus ein richtig guter Slasher werden können, zumal die Einöde in der Wüste eine halbwegs atmosphärische Kulisse bietet.
Doch obgleich die bunt gewürfelte Truppe mit einer Sprüche klopfende korpulenten Schwarzen aufwartet und zwei Damen ein wenig nackte Haut präsentieren, will der Funke nie so recht überspringen.

Dem Treiben fehlt jegliches Augenzwinkern und bei der Besetzung der Killer wird kollektiv daneben gelangt, da Ed Gein, Albert Fish und John Wayne Gacy teilweise komplett anders aussahen. Ohne ein paar Hinweise und dem Einstreuen einiger Namen auf Reagenzröhrchen könnte es sich auch um x-beliebige Schlächter handeln. Und obgleich der Bodycount einigermaßen hoch ausfällt, zehren Gorehounds kaum davon, da viele Taten im Off stattfinden und bei der Laufzeit von 77 Minuten von kleineren Schnitten ausgegangen werden kann. Ein Kehlenschnitt, ein aufgeschlitzter Bauch mit etwas Gekröse, ein Messer in Hals und Auge und eine abgeschnittene Brustwarze sind neben angedeuteten Fleischwunden nicht allzu viele Gewalteinlagen und kreativ fallen die Morde leider auch nicht aus.

Immerhin kommt es während des Showdowns zu kleinen Martial Arts Einlagen, denn zufällig ist Damien Puckler ein Ass in diversen Kampfsportarten, was dem Drive in den letzten Minuten sichtlich zugute kommt. Ansonsten werden Spannungsmomente stets auf Sparflamme gehalten, da sich diverse Ableben grundlegend ankündigen und ohne nennenswerte Konfrontationen vonstatten gehen. Ein paar CGI gehen immerhin in Ordnung, nur ein antreibender Score ist weit und breit nicht auszumachen.

Schwache Mimen, eine allenfalls passable Kamera und die enttäuschende Ausarbeitung einer interessanten Grundidee bestätigen insgesamt, dass hier kein Genrespezialist auf dem Regiestuhl saß. Das Ganze unterhält zwar ansatzweise, doch bei jedem der sechs Serienkiller entstehen automatisch Bilder, wie es weitaus besser hätte ablaufen können.
4 von 10

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