Review

Ein schwieriges Projekt, das Wim Wenders nach einer Idee von Rock-Sänger Bono (U2) mit einem sensationellen Star-Ensemble realisiert hat. Schauplatz und zentraler Handlungsort des Films ist das altehrwürdige „MILLION DOLLAR HOTEL“, das seine besten Zeiten längst hinter sich hat und mittlerweile Herberge zur Glücksseeligkeit von allerlei abgefuckten Typen ist.

In dieser illustren Gesellschaft untersucht FBI-Agent Skinner (Mel Gibson) den scheinbaren Selbstmord des drogenkranken Izzy (Tim Roth). Dass die Ermittlungen in diesem Personenkreis nicht einfach werden, davon konnte man ausgehen. Wie begegnen dem geistig zurückgebliebenen Tom-Tom (Jeremy Davies), der verhaltensgestörten Elouise (Milla Jovovich), dem schizophrenen Musiker Dixie, der sich für das eigentliche fünfte Mitglied der Beatles hält (Peter Stormare), oder dem „Indianerhäuptling“ Geronimo (Jimmy Smits) – ein wahres Kuriositäten-Kabinett, unter denen sich der angebliche Mörder von Izzy befinden soll....

Die Besetzungsliste liest sich wirklich beachtlich und die Schauspieler haben auch wirklich Gelegenheit, in ihren abgehalfterten Charakteren für Glanzleistungen zu sorgen.
Allen voran Jeremy Davies und Milla Jovovich als Liebespaar, die in ihren Rollen wirklich Oscar-reife Leistungen abliefern. Im Gegenzug dazu bleibt Mel Gibson erstaunlich blass.

Wim Wenders packt die Geschichte in einen wunderbar atmosphärischen Soundtrack von U2 und eine beeindruckende optische Darstellung – eine poetisches Erlebnis!.
Doch leider reichen diese Vorzüge des Films aus Darstellern, Bild und Musik nicht aus, um die langatmige Erzählweise auszugleichen. Der Film ist mit seinen 121 Minuten eindeutig zu lang geraten und man ist besonders in der ersten Hälfte des Öfteren an der Grenze zum Einschlafen.
Der Film plätschert größtenteils einfach so dahin und hätte einer wesentlich strafferen Erzählstruktur bedürft. So aber vermissen wir während der gut zwei Stunden die eigentlichen Highlights und bewegen uns stets in optisch und akustisch ansprechender Durchschnitts-Unterhaltung, in deren Verlauf man sich im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Ende quälen muss, da der Film alles andere als seichte Popcorn-Unterhaltung darstellt.

Zum Glück weist der Film aber oben genannte Vorzüge aus, so dass man sich als Cineast schon mal auf diese Gratwanderung aus Kunst und Naivität einlassen kann!

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