Review
von Leimbacher-Mario
Trashig-gute Unterhaltung
"Hercules" - einer der größten Helden aller Zeiten, schon in etlichen Variationen & Arten verfilmt, von Serien über Zeichentrick bis Blockbuster. Halbgott, Adonis, Legende. Und seit neustem auch The Rock - denn der verkörpert den griechischen Helden in Brett Rattners augenzwinkernder Comic-Sandalen-Verfilmung in Perfektion. Wenn es einer kann, dann der Ex-Wrestler & Charmebolzen. Doch nicht nur Dwayne Johnson hebt diesen "Hercules" über seine allseitige Konkurrenz. Vor allem der Ton macht hier die Musik. Und der ist einzigartig, so noch nie gesehen bei einem Hercules. Noch nichtmal bei der grandiosen, unterschätzten Disney-Verfilmung.
Dieser "Hercules" hat Spaß, macht Spaß & nimmt sich selten zu ernst. Noch dazu setzt die eigentliche Geschichte nach seinen berühmten Heldentaten wie dem Kampf gegen die Hydra an - und er ist zwar super stark, doch immer noch ein Mensch. Sterblich, verletzlich & seine Legende beruht eher auf geschickten Erzählungen & der Hilfe seiner treuen Kriegerfreunde als den Genen. Zusammen mit ihnen bildet er eine schlagkräftige Truppe, so etwas wie die Sandalen-"Avengers", die ganze Heerscharen an Gegnern besiegen. Da strahlt das Kind im Manne.
Es wird Einiges am monumentalen Ausgangsmaterial verändert - und das war mehr als überfällig. Die Sprüche sind cool, die Darsteller sympathisch & die Action krachend. Keine Offenbarung in irgendeinem Sinne - doch für einen Popcorn-Ins-Gesicht-Schäffler extrem gut. Das kriegt bei weitem nicht jeder Sommer-Blockbuster so hin - s. Michael Bay & Co. Und zur direkten Hercules-Konkurrenz aus dem Startjahr des The Rock-Flagschiffes, braucht man fast gar keinen Vergleich mehr. Rattners "Hercules" ist hirnlose Unterhaltung - aber von der guten Sorte!
The Rock hätte den Film alleine tragen können, da er alles tragen kann, körperlich wie charismatisch, doch sein Back-Up-Team prägt den Film ebenso & ist hervorragend besetzt. Die Leute haben Fun & das überträgt sich auf den Zuschauer. Als ob man "Gladiator" mit "Rush Hour" vermischt - nicht ganz ernst nehmen & das Spektakel genießen. Nur so funktioniert das heutzutage noch, der Rest wäre lächerlich oder einfach schwach. Die Actionszenen sind solide, sogar zum Teil hart inszeniert, die Ironie-Balance wird gut gehalten & den Darstellern sieht man gerne zu. Von Eyecandy wie Irina Shayk bis alten Haudegen ala Ian McShane. Kurzweilig, hochglänzend, temporeich - ein Snack, wie man ihn mag. Muss auch mal sein. Gute Unterhaltung ist doch keine Selbstverständlichkeit ;)
Fazit: The Rock IST Hercules! Wunderbare Erdung des Halbgottes mit einem riesigen Schuss Spaß, Augenzwinkern & Popcorn-Unterhaltung!