Review
von Leimbacher-Mario
Last and certainly Least
Im letzten Teil der „Psycho“-Reihe geht es (wie so oft!) in einigen Rückblenden zurück zu den Beginnen: Norman Bates ruft in einer Talkshow an, um von seinem Werdegang vom Mamas Boy zum schizophrenen Serienkiller zu erzählen...
„Psycho 4: The Beginning“ war der Sargnagel im eh schon (abgesehen vom Original) nicht allzu formidabel laufenden Franchise. Und man sieht schnell wieso. Ich würde gerne einiges zur Ehrenrettung sagen... aber da bietet dieses verkappte Prequel einfach viel zu wenig für, um hier allzu engagiert eine Lanze zu brechen. Der episodische Ansatz bringt zwar etwas Farbe, Tempo, Abwechslung und Licht in Normans Vergangenheit und Jugend, auch seine Mutter bekommt endlich etwas mehr Kontur. Aber ansonsten ist dieser Abschluss oft ziemlich vermasselt und neben der Spur. Das Schauspiel ist comichaft überzogen, Camp hoch drei. Die Kills sind allesamt die schwächsten im gesamten Franchise. Die Bilder und Ideen verwischen und sind schnell vergessen. Inspirierte Regie sucht man vergebens. Wie und warum Norman nun wieder frei ist, wird verschwiegen. Henry Thomas bleibt als junger Norman blass. Und insgesamt wirkt die Chose die meiste Zeit einfach wie ein unnötiger Nachgedanke und ein nett gemeintes, suboptimal gemachtes „Happy End“ für Norman. Und somit ist dieses unausgegorene, mal bemühte, mal regelrecht peinliche Produkt nur für die ganz hartgesottenen Fans der Reihe und der Hauptfigur einigermaßen empfehlenswert. Aber selbst die werden hier wahrscheinlich verärgert und verdutzt sitzen bleiben.
Fazit: eine im schlimmsten Fall entzaubernde und in jedem Fall enttäuschende letzte Note im „Psycho“-Kanon. Ziemlich unnötig und käsig. Mit Abstand der schwächste und belangloseste Teil der Reihe. Das sollte nur noch vom vollkommen schäbigen Shot-für-Shot-Remake von Gus Van Sant (deutlich!) unterboten werden...