Review

Sturmtief der Klasse Fischsuppe


Hättet ihr 2013 gedacht, als „Sharknado“ begann die Filmszene aufzufischen, dass sich dieser haillose Unfug zu einem solchen Phänomen, vielleicht sogar Kult für eine gewisse Generation entwickelt?! Ich ehrlich gesagt nicht. Dass der SyFy-Renner mehr oder weniger im Alleingang Haitrash zu neuen, bisher wahrscheinlich ungekannten Höhen verhelfen sollte? Nie und nimmer. Er war lustig, teilweise „gut schlecht“, hatte diese bizarre Grundidee und einen nicht zu verachtenden C-Movie-Charme. Aber für Bombenunterhaltung hat er bei mir damals nicht gesorgt. Eine 4,5/10 hat er mit Flossen und Schuppen gerade noch so geholt. Vielleicht auch, weil ich mit einer ganz anderen, ungezwungeneren, ungewollteren Art des Trash groß geworden bin. Und das obwohl ich noch gar nicht wirklich alt bin. Daher bin ich an der Reihe auch nicht wirklich artig dran geblieben. Das will ich bei der diesjährigen Haiwoche nachholen. Teil 2 bis 6 (!) stehen auf dem Programm - dank Amazon Prime gefühlt ohne einen Cent dafür auszugeben. Jippih!

In „Sharknado 2: The Second One“ bringt unser mutiger Haikiller Fin Shepard die fliegenden Meeresungeheuer mehr oder weniger mit nach New York City - wo sie ihm und seiner Frau den Wochenendtrip gewaltig verhageln... Und tatsächlich: der zweite Sharknado ist für mich wesentlich unterhaltsamer und in jeglichen Belangen (noch?) besser als der Sturmstarter. Der Bodycount ist höher, die Chameos sprießen wie Pilze aus dem Boden, NYC bietet mehr für die Augen als L.A. und man weiß nun noch wesentlich genauer, was Fans erwarten, wollen und wie weit man über die Strenge schlagen kann. Überall wird schlicht und ergreifend erheblich mehr von geliefert - und es funktioniert! Obwohl das ja eigentlich eine übliche Sequelformel ist - aber irgendwie hat man hier das Gefühl, dass nun alle mehr an einem Strang ziehen und wissen, in welche Richtung es geht. Die Effekte sind (durch ein sichtbar aufgestocktes Budget) auch noch ein gutes Stück gepimpt und es gibt sowohl Wiedersehen mit alten Bekannten als auch neue Haudegen, die sich homogen einfügen. Manche Splattereinlagen sind nun sogar handgemacht - wenn auch noch immer deutlich zu selten. Dennoch: wenn Tara Reid mit einer aufgesetzten „Handkreissäge“ fliegenden Kaltblütern die Bäuche aufschlitzt und danach Rot als neue Hautfarbe ausgeben könnte, dann gibt es auf der biergetränkten Couch kaum noch ein Halten. Vielleicht habe ich zu viele noch viel, viel, viel schlechter Haihappen in den letzten Stunden verdrückt (ich gucke auf dich, Mega Shark!) - aber mit „Sharknado 2“ hätte ich kaum zufriedener sein können, für das was er sein will/kann. Geht’s nun mit der Reihe steil bergab? Oder kann das Niveau gehalten werden? Letzteres wäre eine echte Erfrischung und positive Überraschung. 

Fazit: „Sharknado 2“ ist wahrscheinlich der Höhepunkt der kultig-„neutrashigen“ Reihe - viele Zitate, viele saudumme Szenen, viele Chameos, viele fliegende Haie. Selbst wenn ich immer noch mehr auf „altmodischen“ Trash stehe... Für SyFy-Gefilde ein eindeutiges Hailight! 

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