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Harte Ziele

Chance Boudreaux (Van Damme) ist das was man, bei uns, einen Assi nennt, er hat keinen festen Wohnsitz, keine feste Arbeit und trotzdem schlägt er sich durchs harte Leben in NEW ORLEANS. Aber mal im Ernst, trotz dieses ungepflegten Aussehens steckt in ihm ein netter Kerl, der ohne zu zögern einer jungen Frau unter die Arme greifen würde, sofern sie Probleme hat. Wie es der Zufall will kommt es eines Tages zu genau solch einer Situation. Natasha (Yancy Butler) ist auf der Suche nach ihrem Vater, aus irgendeinem Grund muss sie Geld wechseln und dafür wählt sie diese Bar aus, wo sich auch die übelsten Gestalten rum treiben. Also ist es auch Ehrensache das ein paar zwielichtige Kerle Natasha das Geld abnehmen wollen. Doch haben sie die Rechnung ohne Chance gemacht, welcher wie schon gesagt einer jungen Frau unter die Arme greifen würde, sofern sie Probleme hat. Aus Dank und Not vertraut sie sich Chance an und erzählt ihm vom verschwinden ihres Vaters. Wie es der Zufall will kann Chance auch hier weiterhelfen. Schnell bekommt er heraus dass ihr Vater, ein Obdachloser, verstorben ist. Bei seinen weiteren Recherchen kommt er einem perversen Survival-Game für reiche Millionäre, auf die Spur. Diesem fielen etliche Obdachlose zum Opfer und nun steht auch Chance ganz oben auf der Liste.


Na bitte mal wieder ein echt guter van Damme-Film, hier wird nicht ewig viel rumgelabert, sondern gleich zu den aussagekräftigeren Argumenten, sprich Fäuste und Waffen, gegriffen und das ist jetzt durchaus Positiv zu verstehen. Da hier Inhaltlich absoluter Nonsens geboten wird und man Amifilm-Debütanten John Woo bei solch einem Big Budget-Film freilich keine freie Hand lassen würde, musste er seine Regietätigkeit vor allem auf die Action, weswegen er ja auch geholt wurde, beschränken. Das diese natürlich alles andere als herkömmliche van Damme-Action darstellt ist einzig und allein John Woo zu verdanken. Trotz unendlich vieler Zitate, seiner eigenen Filme wie er sie noch in HK drehte (A BETTER TOMORROW I+II, THE KILLER, BULLET IN THE HEAD, HARD BOILED), ist ein solider John Woo-Film, aber auf jeden Fall ein echtes Action-Brett, entstanden.

Tja und wenn "Hard Target", so der Originale Titel, auch nur ein Aufguss etlicher guter HK-Actionfilme geworden ist, muss man sagen das diese Mainstream-Produktion in allererster Linie die Action-Fans zufrieden stellen dürfte. Hier wird alles geboten: van Damme-Kung Fu, ne schreiende Frau, viele Explosionen, beidhändiges Faustfeuerwaffengeballer, Pumpgun-Massaker, Knochenbrecher, Chases und, für nen kommerziellen Film, sehr spritzigen Bloodshed. Weiterhin zu bestaunen sind bei diesem Blei- und Schweißfest ein verdammt coolgutböser Lance Henriksen, welcher, zusammen mit seiner rechten Hand Van Cleaf (Arnold Vosloo), im zynischen Killerteam überzeugen kann. Speziell die Szene, wo Van Cleav einem verräterischen Fettsack die Rübe wegbläst, sollte da mal erwähnt werden. John Woo schöpft, bei seinem AMI-Erstling, aus den Vollen und bereitet van Dammes Charakter, sowie dem Zuschauer, eine wahre Tour de Force, welche gewohnt detailliert gefilmt wurde.

Also alles in allem war’s der große Wurf für alle Beteiligten und das Chance nicht sehr lange der Gejagte bleiben wird sollte auch den van Damme-Hassern unter euch klar sein.

FETT!

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