Review

Vorab etwas in eigener Sache.

Heute auf den Tag genau vor 10 Jahren…komisch so ähnlich fangen doch die meisten Horrorfilme an. Egal, zu eben diesem besagten Zeitraum begann ich mit Hilfe meiner steigenden Internetfähigkeiten eines meiner Hobbies gelegentlich ein Ziel zu geben. Das heißt nicht nur Filme zu konsumieren sondern meine Meinung auch noch anderen zugänglich zu machen. Um zu warnen oder zu empfehlen. Soll heißen wer wollte der konnte, alle anderen konnten mich… aber ich schweife ab. Ich weiß 120 Reviews (inklusive 2 Kurzkommentare) in diesem Zeitraum sind nicht sonderlich viel. Aber wer einmal genauer hinschaut erkennt, dass so im Endeffekt genau einer pro Monat produziert wurde. Um dieser doch recht konstanten Geschichte den i-Punkt aufzusetzen schließe ich hiermit den Kreis und verfasse ein zweites Review zu meinem Ersten hier bewerteten Film. Zum einen weil ich etwas gereifter daher komme, die anfänglichen Flusen im Gesicht haben sich nun nämlich etwas verfranzt und zum anderen weil ich nun eben genau diesen Film vielleicht mit etwas anderen Augen betrachte. Aber um das raus zukriegen müsst ihr schon weiter lesen. Ich für meinen Teil hatte in den letzten 10 Jahren viel Spaß und bedanke mich bei allen die vielleicht mehr als ein Review von mir gelesen haben. Auf eine weitere symbiotische Koexistenz und vielleicht, mit der richtigen Motivation, steigere ich meinen monatlichen Auswurf in den nächsten 10 Jahren etwas. Wir werden sehen.

Mit viel Getöse ins Gebrösel. So oder so ähnlich könnten John Woos erste Skriptentwurf für sein Hollywooddebüt ausgesehen haben, wenn er denn auch noch deutsch sprechen würde und einen Sinn für dumme Reime hätte. Was alleine hier in der ersten Viertelstunde zerlegt wird, wissen nur die die auch die ungekürzte Fassung in den Händen halten. Es wird ganz klar gezeigt, hier kann das Gehirn in den Strom sparenden Stand-by-Modus gerollt und dafür der Unterkiefer ausgehakt werden. Aber vorsichtig, Sabbergefahr. Wenn ich damals schon gewusst hätte wo uns die modernen Kino-Actionreisen hinführen, dann hätte ich dem „harten Ziel“ wohl wesentlich mehr zugeschrieben. Kaum CGI’s, eine halbwegs unterhaltende, abstruse Wendungen auslassende Story und dafür genial umgesetzte, kompromisslose Action. So eine herrliche Schwarz-Weiß-Malerei gab es in den letzten Jahren selten und wird auch gerade einzig von den „Expendables“ Fahnen schwingend vertreten. Action wie sie sich ein MANN wünscht, wobei John Woos Verpackung der ganzen Schose die Krone aufsetzt. Szenen wie der von der Shotgun gepustete Staub, die nach hinten, durch eine Ladung Schrott heraus fliegende Wagenscheibe oder eines der finalen Stand-Over sind Bilder die sich in meinem Gehirn verankert habe und an denen sich immer wieder neue Werke für mich messen lassen müssen. Sicherlich bin ich da eventuell ein Extremfall, da dieser Film zusätzlich auch noch eine meiner ersten DVDs war und ich heute gar nicht mehr sagen kann wie oft er sich bei mir im Laufwerk drehte. Eingebrannt bis ins nervenleitende Rückenmark, ist er für mich zu einer Art Messlatte für Actionfilme geworden. Wahrscheinlich werden viele die Sache skeptischer betrachten und Zeigefinger wedelnd meinen, aber „Der“ Film hat doch viel mehr für das Actionkino getan und bei „Dem“ und „Dem“ Film war doch eine viel besser Geschichte…bla,bla, bla! Sicherlich kann man sich darüber streiten. Will ich aber nicht. Es ist für mich kein revolutionärer Film sondern ein Evolutionärer. Der am Ende alles Vorherige zusammen würfelt und das Perfekte dann ausgespuckt hat. Halt als der letzte, gereifte seiner Art eines dann fast völlig ausgestorbenen Genres. Meiner Meinung nach ist das was „First Blood-Part 2“ für Stallone und „Commando“ für Schwarzenegger war, „Harte Ziele“ für Van Damme. Nicht seine Parade- oder bekannteste Rolle, aber das was ihm an expressionistischsten beschreibt. Ein schnörkelloser Actionheld, aufs wesentlichste reduziert und hier sogar mit einem noch perfekten John Woo vereint. Welcher damit das Gesamte eine Stufe über die Vergleichswerke stellt. So etwas wurde nie wieder gemacht und wird auch nicht mehr. Demnach für mich der puristischste Film aus dieser Machowelt und der Höhepunkt beider Karrieren.
Ich werde ihn, wann immer mir nach richtiger Action dürstet, immer wieder einwerfen.

Wer sich nun noch nicht schlüssig ist was ich damit meine.

Action ohne „Wenn“ und „Aber“, kompromisslos, nicht geistig überfordernd oder mit Längen dafür aber in perfekte, wenig bearbeitete Bilder gepackt und mit einem top trainierten, Vokuhila tragenden Star.
Außerdem gibt es ausgedehnte Motorradszenen.

Euer sich bedankender und Anniversary feiernde Gonzo

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