Reiche Männer veranstalten auf der ganzen Welt illegale Veranstaltungen: Sie gehen auf Menschenjagd und engagieren auch Privatpersonen, welche dann zur Jagd antreten. Die ausgesuchten Opfer haben alle Erfahrungen beim Militär oder sonstigen Organisationen gemacht und sind meistens Obdachlose ohne Angehörige, dennoch wissen sie nicht, was sie erwartet. Und nun verschlägt es Pik van Cleef und Emil Fouchon nach New Orleans. Auch dort gibt es reiche Männer, die viel Geld an unsere zwei Schurken zahlen, damit sie ein perfektes Opfer bekommen. Und eines dieser Opfer hatte doch noch Angehörige, und zwar sucht nun die Tochter eines Opfers nach ihrem Vater, welcher aber schon tot ist. Sie sucht sich also jemanden, der sich in der Stadt gut auskennt, und findet diesen jemand in Chance Boudreaux. Zusammen schnüffeln sie aber zuviel rum, was schon bald zu mehr Leichen führt.
Hard Targets ist definitiv einer der gelungeneren Streifen des Prügelbelgiers. Aber kein Wunder, wenn am Regiepult ein Profi wie John Woo den Taktstock schwingt, was man am besten mal wieder in den Heroic Bloodshed Shootouts sieht, da werden die Knarren schon mal auf den Kopf gedreht und abgefeuert und auch die zahlreichen herben Einschüsse, wahlweise durch Pfeile oder Projektile sprechen eindeutig seine Handschrift aus. Auch die Achse des Bösen ist mit Lance Henriksen und Arnold Vosloo prominent besetzt, kann ja eigentlich fast nichts mehr schiefgehen.
Allerdings ist der Beginn reichlich zögerlich ausgefallen, JCVD bekommt von einer Dame den Auftrag ihren verschwundenen Sugardaddy aufzufinden, der aber bereits in der Teaser Sequenz das Zeiltliche segnen mußte. Im Zuge der Ermittlungen stößt man dann auf eine organisierte Menschenjagd, bei der sich reiche Leute rund um New Orleans einen Nervenkick kaufen können und auf meist heruntergekommene Army Veteranen Jagd machen dürfen. Van Damme darf dabei wieder mal seine bewährten Kicks austeilen, die zunächst mal nur ein paar harmlose Rowdys zu spüren bekommen, während er später noch mit seiner öligen Langhaarmatte durchs Feuer springt (hmm, die Frisur müßte da doch lichterloh brennen), Motorradstunts abliefert und überhaupt so ziemlich alles in die Luft jagd, was nur eben möglich ist.
Auf Realitätsnähe sollte man bei Woo allerdings nicht achten und in diesem Film schon zweimal nicht. Hier löst im Showdown beinahe jeder Schuß eine mittelschwere Explosion aus, auch wenn nur auf Pappwägen geschossen wird, als hätten die Pyrotechniker ihren alles-geht-Tag. Garniert wird das ganze von ständigem Südstaatengedudel und so spielt sich der ganze Film immerhin nach der ersten halben Stunde recht flott. Häuser und Autos explodieren im fünf Minuten Takt und geballert wird aus allen Rohren (der Schuß durch den Türspion ist dabei ziemlich fies). Zusammen mit der zynischen Grundhaltung und des prominenten und gut besetzten Cast bekommt man ein gute Prise Actionunterhaltung geboten. Selbst für nicht van Damme Fans ist Harte Ziele einen Blick wert.
7/10