Die meisten Actionstars Hollywoods werden auf ihre alten Tage selbstverständlich ruhiger und möchten das Image des wortkargen Prügelknaben ein wenig abstreifen. Clint Eastwood hat dieses mit Bravour vorgemacht, selbst Jean-Claude van Damme, der ähnlich wie Arnold Schwarzenegger noch nie die große Leuchte in Sachen Mimik war, steuerte ein paar bemerkenswert gelungene Arbeiten bei. Die österreichische Eiche punktet zwar mit viel Präsens, doch letztlich kommt er nicht gegen das viel zu ruhig erzählte Endzeit-Drama an.
Eine Zombieseuche ist ausgebrochen, auch Maggie (Abigail Breslin) wurde gebissen und sollte eigentlich in Quarantäne kommen. Doch ihr Vater Wade (Schwarzenegger) möchte sie lieber auf der abgeschiedenen Farm behalten, trotz der Gefahr, welche die Metamorphose nach und nach mit sich bringt...
Natürlich sollte man sich im Vorfeld mit dem Inhalt des Streifens auseinandersetzen und nicht erwarten, dass Arnie mit Fäusten, Axt und Pistolen Untote plättet. Im Grunde ist das Debüt von Henry Hobson kein waschechter Zombiefilm, denn das Genre bildet lediglich den Rahmen einer Vater-Tochter-Beziehung. Diese wird phasenweise recht einfühlsam festgehalten, da es um grenzenloses Vertrauen und Loyalität geht, aber auch um Misstrauen, Vorurteile und Angst aus dem direkten Umfeld. Somit könnte die Titelgebende auch an einer anderen unheilbaren Krankheit leiden, welche wenig erforscht ist und folgerichtig Unsicherheiten im sozialen Umfeld mit sich bringt.
Ein paar subtile Szenen sind durchaus gelungen, die ausgeblichenen Farben unterstreichen gekonnt die isolierte Atmosphäre, was gleichermaßen auf den zurückhaltenden Score und die ausgeklügelte Sounduntermalung zutrifft, welche phasenweise versucht, Maggies schubweise Verwandlung zu untermauern. Ein merkliches Plus zeichnet das Make-up aus, denn obgleich die wenigen Gewalteinlagen an einer Hand abzuzählen sind, kommt der Verwandlungsprozess in nahezu jeder Pore glaubhaft daher.
Ein paar merkliche Längen schleichen sich dennoch ein, da die vorhersehbare Geschichte ohne sonderliche Kniffe abläuft und die wesentlichen Figuren zu wenige Facetten mit sich bringen. Trotz des vergleichsweise überzeugenden Einsatzes von Schwarzenegger, welcher wahrscheinlich einige Male von der um Welten besser performenden Breslin angeleitet wurde, bringt "Maggie" immer wieder ein wenig Leerlauf mit sich.
Als Zombie - oder gar Actionfilm untauglich, als Familiendrama okay, aber auch nicht wirklich herzerwärmend oder nachhaltig.
Knapp
6 von 10