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In den USA der Gegenwart ist eine Seuche ausgebrochen, die hauptsächlich durch Bisse übertragen wird und in deren Folge die infizierten Menschen langsam von innen heraus verfaulend zu Zombies werden - ein unumkehrbarer Vorgang, eine Heilung ist nicht möglich. Die Behörden sammeln die Infizierten im Endstadium in Quarantäne-Stationen, wo sie ihrem Schicksal unabhängig vom Fortschreiten der Krankheit hilflos ausgeliefert sind. Knackpunkt dieser dystopischen Geschichte ist der Zeitpunkt der uneinheitlich sich ausbreitenden Infizierung - denn viele Familien möchte ihre Angehörigen so lange wie möglich bei sich behalten, auch unter dem Aspekt der zunehmenden Selbstgefährdung. In solch einem Dilemma befindet sich auch der patriarchalische Farmer Wade Vogel (Arnold Schwarzenegger), der mit seiner zweiten Frau samt Kindern auf dem Land im mittleren Westen lebt. Sich der Gefahr durchaus bewußt, möchte er seine Tochter aus erster Ehe - die titelgebende Maggie (Abigail Breslin) - noch so lange wie möglich beschützen: Mit Hilfe eines befreundeten Arztes spürt er sie in einem Krankenhaus auf und holt den erst kürzlich gebissenen Teenager zu sich nach Hause, wo die Stiefmutter hin- und hergerissen bezüglich ihrer Gefühle für die Zurückgekehrte ist. Auch die örtliche Polizei taucht bald auf, denn Maggie stellt bezüglich der Infektionsgefahr eine tickende Zeitbombe dar...

In seiner Rolle als unerschütterlich an das Gute glaubenden (hier: die Kontrolle über die Situation behaltenden) Farmer kann man Schwarzenegger in Maggie zur Abwechslung auch mal in einer Charakterrolle erleben: Bedächtig handelnd, durchaus auch von Selbstzweifeln geplagt, im Endeffekt aber unumstößlich hält er an seinem Plan fest, seine älteste Tochter auf hrem letzten Weg zu begleiten - so lange es eben geht. Eine Paraderolle für den Terminator-Darsteller, der nur in ein, zwei Szenen seine physische Präsenz einsetzt, ansonsten aber ganz das liebevolle Familienoberhaupt spielen darf, was ihm auch hervorragend gelingt. Leider ist seine tadellose darstellerische Leistung auch schon das Einzige, was positiv aus diesem Katastrophen-Drama hervorsticht, denn im Grunde genommen ist der ganze Film ein einziges langes Warten auf das unausweichliche Ende. Bis es dann einmal so weit ist, bis Maggie (Fleisch-)gerüche verstärkt wahrnimmt und langsam einen unstillbaren Hunger darauf entwickelt, passiert nicht allzuviel. Denn weder ihr liebevoller Vater noch irgendeine der anderen auftauchenden Figuren wie Mitschüler, Stiefmutter, der befreundete Arzt oder die örtlichen Cops können die Abwärtsspirale, in der sich Maggie befindet, in irgendeiner Weise aufhalten. Die depressive Grundstimmung wird von keinem Lachen, keinem Gag oder irgendeinem ablenkenden Drehbuch-Einfall durchbrochen: Am Ende steht unweigerlich ein grausamer Tod in einer Quarantäne-Station oder, als eine im Film als milder geschilderte Todesart, eine stillschweigend geduldete Form der Euthanasie beispielweise durch einen gezielten Schuss aus der Waffe eines Verwandten.

Maggie ist zu 99,9% ein düsteres Drama ohne Happy-End, die wenigen Horror- und Zombie-Merkmale (wie verfärbte Haut, glasig werdende Augen etc.) sind zwar ab und zu visuell dargestellt, dienen jedoch nur als Kulisse für die pessimistische Story. Trotz unauffälliger Kameraarbeit und untadeliger darstellerischer Leistungen kann man diese zutiefst negative und hoffnungslose Utopie niemandem empfehlen. 4 Punkte.

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