Review

Trotz der Tatsache, dass dieser Film bereits 2014 produziert wurde, in Deutschland jedoch erst 2016 den weg ins Kino fand, rechne ich diesen Film nun ins Jahr 2016 mit rein. „Bauernopfer – Spiel der Könige“ oder auch im Original „Pawn Sacrifice“ ist nun der 45. Film aus dem Pool der Filmstarts 2016, den ich mir angesehen und im Heimkino nachgeholt habe. „Pawn Sacrifice“ ist ein Film des amerikanischen Regisseurs Edward Zwick, der mir bereits mit „The Last Samurai“ und „Blood Diamond“ wichtige Filme meiner Filmgeschichte geliefert hat. „Pawn Sacrifice“ wird sich zwar nicht dazu gesellen, ist aber trotzdem sehenswert.

In „Bauernopfer: Spiel der Könige“ geht es um das Leben des amerikanischen Schachwunderkinds Bobby Fischer, seinen sportlichen Aufstieg bis hin zu den Schlachten gegen Boris Spassky sowie dem Politikum vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und seine ihn allmählich innerlich zerstörende Paranoia.

Biopics sind die einzigen Filme, denen ich ggf. einen fehlenden Fokus, einen fehlenden roten Faden und das reine Abarbeiten von Stationen durchgehen lasse. „Pawn Sacrifice“ ist jedoch ein Biopic, dessen Geschichte sehr fokussiert bleibt und einen roten Faden bietet und sich damit erfreulicherweise leicht von anderen Biopics abhebt. Das Schachspiel ist eines der komplexesten und bekanntesten Brettspiele, ich habe es mal gespielt, jedoch eher auf Stammtischniveau und nicht auf dem Niveau, wie es uns hier geboten wird. Da die besten Schachpartien hochkomplex sind, ist es für den Zuschauer teils nicht wirklich möglich, die gebotenen Spielszenen und die Spannung dahinter, doch durch die Narration von Nebencharakteren und die Inszenierung wird einem das Spiel etwas zugänglicher und spannender und man muss sagen, dass es hier nicht nur um das Schachspiel geht. Im Fokus steht klar der mit absolutem Overacting glänzende Tobey Maguire, der den intelligenten, langsam von Paranoia und Wahnsinn zerfressenden Bobby Fischer richtig gläubwürdig verkörpert. Sein Gegenpart Boris Spassky wird von Liev Schreiber mit richtig gutem, reduzierten „Underacting“ gespielt.

Auch ganz klassisch und gut gelungen ist der Stil der 50 – 70er- Jahre, in dem die Handlung erzählt wird. Wenn im Zeitraum des kalten Krieges ein sportlicher Wettstreit von Amerika und Russland stattfindet, wird klar ein Politikum draus gemacht, um festzustellen, welche Nation mental überlegener ist. Ob es der komplexe Schachsport oder eben Verschwörungen im spionagetechnischen Sinne sind – Beides war wahrscheinlich unter anderem für den persönlichen Verfall von einer der wichtigsten Figuren der Schachgeschichte zuständig.

„Bauernopfer: Spiel der Könige“ bekommt von mir 8/10 Punkte.

Details
Ähnliche Filme