kurz angerissen*
Eine Geschichte, die ohne Frage erzählt werden musste – mehr jedenfalls als einige Musikerportraits. So fasziniert „The Imitation Game“ schon aufgrund seiner besonderen Prämisse, die über reinen Personenkult weit hinausgeht und sich davon im Film auch deutlich distanziert. Die Erfindung überdauert den Erfinder, so lässt sich mit einigen Abstrichen die Quintessenz ablesen, doch sei dem Erfinder dennoch gedankt und gehuldigt für seine Verdienste. Das wenigstens ist die moralische Auflösung. Musste der gewählte Grundton aber, Verschlüsselungsmaschine hin oder her, so kalkulatorisch sein? Schrecklich penibel wird die Laufzeit zwischen der menschlichen Erkundung Alan Turings und seiner wissenschaftlichen Errungenschaft aufgeteilt, um bloß beide Präferenzen angemessen zu bedienen. Benedict Cumberbatch ist toll, wird aber dadurch zum Spielball des Drehbuchs, zumal sich die optische Ausrichtung nicht unwesentlich an der John-Nash-Biografie „A Beautiful Mind“ bedient. Politische Korrektheiten gehen so Hand in Hand mit Maßstaberfüllung und stilistischer Risikounfreudigkeit. Dass bei dieser eher ungünstigen Kombination dennoch ein recht ansehnliches Werk zustande kommen konnte, liegt tatsächlich vorwiegend an der schauspielerischen Zusammenstellung, die außer Cumberbatch noch einige andere hochkarätige Darsteller in Nebenrollen vorweist, was für eine spannende Dynamik im Hintergrund sorgt, mit welcher die Figur des Alan Turing überhaupt erst präsentabel angeleuchtet wird. Das lässt die mit 14 Millionen Dollar Budget schon fast als Indie zu bezeichnende UK-Produktion trotz ihrer synthetischen Merkmale immer noch sehenswert erscheinen.
*weitere Informationen: siehe Profil