Review

Dolly, das Baby


Was macht uns menschlich? 
Macht es Sinn uns zu klonen? 
Was würde das für eine gesellschaftliche Reaktion auslösen? 
Ist es es moralisch und ethisch vertretbar? 
Sollten wir alles tun, was wir können? 
Spielen wir damit Gott? 
Was für Gefahren birgt dieses Feld? 
Wie gefährlich ist Gruppenzwang?
Was ist mit medialer Beeinflussung? 
Müsste man Angst vor geklonten Wesen haben? 

All diese und noch mehr Fragen stellt „Closer To God“, eine möchtegern-emotionale Frankenstein-Variation über einen Wissenschaftler, dem es gelingt, ein geklontes Baby zur Welt zu bringen und der dieses dann zu ihrem eigenen Schutz unter großem Druck der Öffentlichkeit mit nach Hause nimmt...

„Closer To God“ ist stilistisch sehr eigen, thematisch sehr interessant (wenn auch alles andere als neu oder kreativ), horrortechnisch sehr enttäuschend und schauspielerisch sehr austauschbar. Oft erzählt über Presseberichte und Nachrichtenclips, immer sehr nah dran an den Leuten, oft wackelt die Kamera, selten erkennt man wirklich, was abgeht. Bezug zu etwaigen Figuren wird kaum aufgebaut, alles dreht sich hier um das Feeling und moralische Fragen. Das reicht mir nicht, das ist mir zu vage. Selbst wenn ich den Ansatz, sicher auch budgetären Gründen geschuldet, respektiere und so noch nicht gesehen habe. Allerdings ist mir das zu viel Besteck, zu wenig Essen auf dem Teller, zu viel Vorspiel, zu wenig Höhepunkt, zu viel Theorie, zu wenig Praxis. Ihr wisst, was ich meine.

Fazit: ein paar nette Denkansätze und ein interessanter, semi-dokumentarischer Stil retten diesen Klon-Horror nicht. Lieber „Splice“ oder „The Brood“ gucken. „Closer To God“ bringt einen höchstens näher an den Schlaf. Kein überzeugender, fesselnder Weg, sein nicht vorhandenes Budget zu überspielen... 

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