Dekonstruktion der Traumfabrik
"The Bad and the Beautiful" ist einer der ultimativen Filme zur und über die Traumfabrik - und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ihn, weil er sowas von kein Blatt vor den Mund nimmt, seine eigene "Heimat" und sein scheinheiliges "Subjekt" nie wirklich zur verdienten Größe aufblühen hat lassen... Erzählt wird von dem ambitionierten Sohn eines kürzlich verstorbenen Studiochefs und Hollywoodmoguls, der seinen erlangten Status, sein Erbe und seine neue Vision auf seine ganz eigenen, skrupellosen Arten "nutzt"...
Der Löwe brüllt, die Wahrheit umhüllt
Kirk Douglas in einer seiner bösesten und trotzdem charmantesten Rollen. Dafür wurde er geboren! Hollywood mal ganz ungeschönt und unglasiert, unrasiert und teils bitterböse, gierig und egoistisch wie in kaum einem anderen (amerikanischen) Film. Brillant und messerscharf geschrieben. Erzählerisch ambitioniert. Auch ein Anthologiefilm irgendwie. Einer der ganz großen "Wir folgen dem falschen Typen!"-Filme. Mit Ellenbogen hart wie Eisen und Beißerchen, die sich sogar durch menschliche Knochen knabbern würden. Selbst wenn diese Menschen seine Freunde sind. Schockierende Einsichten. Schmerzhafte Wahrheiten, die auch über Hollywood hinausgehen. Pflichtguck für jeden Filmfan. Besonders dieser "goldenen" (und scheinbar im Kern doch tief verfaulten) Epoche. Der sollte mit ganz oben im Pantheon der 1950er stehen. Filme im Film, Bosheiten mit Grinsen, Episoden ohne Wiederkehr. Diamanten die schneiden wie Messer. Jeder ist sich selbst der Nächste. Und Liebste. Und Beste. Und Geilste. Das was "All About Eve" für's Theater ist. Das muss vor und auf der damaligen Oscarverleihung einige interne Aufschreie und Aufreger gegeben haben - und das obwohl "Stadt der Illusionen" eh noch viel zu wenig gewonnen hat. Und das alles ausgerechnet von Vincente "Gigi"/"American In Paris"/"Meet Me In St. Louis" Minnelli... Wahnsinn!
Fazit: Räume, Schäume und Alpträume... Schilde, Schein und Schonungslosigkeit... Kein Wunder, dass Hollywood diesen meisterlichen Angriff von innen auf sich selbst immer etwas klein gehalten hat. Zwischen "Citizen Kane", "Babylon" und "Sunset Boulevard" - und kaum einen Deut schlechter!