Review

Al Pacino spielt den titelgebenden A. J. Manglehorn, einen vereinsamten Schlosser, der in Wehmut und Selbstmitleid regelrecht versinkt. Einen echten Bezug hat der ältere Herr vor allem zu seiner Katze, zu seinem Sohn und seiner Ex-Frau dagegen fast überhaupt nicht. Da er weiterhin einer Verflossenen hinterhertrauert, tut er sich schwer damit eine neue Beziehung mit einer von Holly Hunter gespielten Bankangestellten einzugehen.

Der Mann vom Schlüsseldienst, der anderen die Türen öffnet, selbst aber ein verschlossener Typ ist, der andere entweder verstößt oder aber sie erst gar nicht an sich heranlässt. Vermutlich hatten die Macher von „Manglehorn“ das für eine zündende Idee gehalten. Das Problem ist nur: Sie zündet eben nicht. Dabei war mit David Gordon Green ein durchaus fähiger Regisseur am Werk, der mit „Ananas Express“ eine der witzigsten Komödien der 2000er Jahre abgeliefert und zuletzt mit „Joe - Die Rache ist sein“ unter Beweis gestellt hatte, dass er sich auch auf ruhigere, getragene Filme versteht.

„Manglehorn“ ist eigentlich nur Zuschauern zu empfehlen, die gut gelaunt und geduldig sind, alle anderen dürften beim Ansehen nur noch weiter runtergezogen oder aber zu Tode gelangweilt werden. Regisseur Green portraitiert den verbitterten Mann, der von einem exzellenten Al Pacino verkörpert wird, als einen unsympathischen Typen, der sich zwar rührend um seine kranke Katze kümmert, ansonsten aber unnahbar ist und jeden verprellt, der versucht, ihm näherzukommen. Das Ganze geschieht in einem schleppenden Tempo und als ob das nicht schon nervig genug wäre, wird der zähe Erzählfluss auch noch von schwermütigen Monologen unterbrochen. Da die Hauptfigur vor allem in der ersten Filmhälfte nur wenige Sympathien genießt, fehlt zudem jeder Bezug zum Geschehen, jede Empathie.

Zum Ende hin, wenn sich das triste Treiben dann ein wenig aufhellt und zumindest etwas Mitleid für die Hauptfigur aufkommt, bietet „Manglehorn“ zumindest gepflegte Langeweile. Andererseits ist aber auch schon früh absehbar, dass sich der Protagonist wandeln wird, weil das Drama vom Reißbrett nach gängigem Schema verläuft. Zudem ist das versöhnliche Ende auch etwas schwülstig, zumal der Regisseur seinen Zuschauer bis zum Schluss die allzu sentimentalen Monologe nicht erspart.

Fazit:
„Manglehorn“ ist über weite Strecken ein zäher Film über einen unsympathischen Typen. Zum Ende hin kommt dann zwar etwas Empathie für die titelgebende Figur auf, verzichtbar ist das Drama dennoch. Schade um den guten Pacino.

29 %

Details
Ähnliche Filme