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Während eines Schulausflugs wird die zehnjährige Mia Koppolt im botanischen Garten von Münster Augenzeugin, wie dem Pharmazeut Andreas Hölzenbein eine Injektion von einem Unbekannten verabreicht wird. Als Hölzenbein daraufhin zusammenbricht, wird er merkwürdigerweise nicht in das nahegelegene Uni-Krankenhaus, sondern in die weiter entfernte Saunusklinik eingeliefert... wo dieser am nächsten Tag auch unter mysteriösen Umständne den Löffel abgibt. Mia ist derweil bereits mit ihrer Story von einem vermeintlichen Mordversuch bei Kommissar Thiel und seiner Assistentin Nadeshda vorstellig geworden, die nun, wo es eine echte Leiche gibt, auch sehr viel eher bereit sind, ihrer Geschichte Glauben zu schenken. Professor Boerne, der sich nach seinem alljährlichen, selbst durchgeführten Check-Up auf eigene Faust für eine Leber-Biopsie in die Saunusklinik einweist, nutzt die Gelegenheit, um vor Ort eigene Ermittlungen in der Sache durchzuführen. Als Mordmotiv kristallisiert sich schließlich heraus, dass Hölzenbein durch eine Analyse eines Medikaments dahintergekommen ist, dass irgendjemand in dem Krankenhaus den Krebspatienten während der Chemo-Therapie eine viel zu geringe Dosis eines teuren Wirkstoffs verabreicht... Nicht viel mehr als Dienst nach Vorschrift leistet diese auf inhaltlicher Ebene ziemlich müde und unspektakuläre "Tatort"-Episode, die weder als Krimi noch als Komödie so wirklich gut funktionieren will: Die Anklänge an ältere Krankenhaus-Thriller wie "Coma" oder "Todespoker - Terminal Choice", die sich da alleine schon durch das Setting ergeben, werden nämlich leider nicht vertieft, sondern auf unspannende Art und Weise ziemlich verschenkt, während die Gags da auch nicht so treffsicher landen wie in einigen früheren Münster-Episoden (dass sich der schnöselige Boerne da von einem übertrieben gutgelaunten Bettnachbar gegen seinen Willen mit Volksmusik berieseln lassen muss, ist da in etwa das Comedy-Niveau, das dieses Mal bedient wird). Dramaturgisch nimmt sich "Mord ist die beste Medizin" mit einer viel zu frühen Auflösung nach etwa einer Stunde selbst den Wind aus den Segeln und schlägt die restliche Laufzeit mit Wassertreten tot, was mal äußerst frustrierend und nicht wirklich unterhaltsam ist. So bleibt einem nur, sich auf das Zusammenspiel des mittlerweile liebgewonnenen Figuren-Ensembles zu konzentrieren, dem es mit vereinten Kräften gerade so gelingt, die Angelegenheit knapp ins Mittelfeld zu hieven.

5/10

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