"Ihr seid noch nicht bereit für die Welt da oben."
Reporterin April O'Neil (Megan Fox) ist für den angesehenen Channel 6 tätig, berichtet allerdings nur über das Alltagsleben der New Yorker Bürger. Nebenbei ermittelt sie an einigen Überfällen, die in Verbindung mit dem berüchtigten Foot Clan stehen. Diese von Shredder (Tohoru Masamune) angeführte Bande ist so gut durchorganisiert, dass die Polizei machtlos erscheint. Da die Aktivitäten des Foot Clan immer weiter eskalieren, verspricht der Multiindustrielle Eric Sacks (William Fichtner), der eine Sicherheitsfirma leitet, in die Krise einzugreifen.
Bei April's Ermittlungen wird sie Zeugin einer Geiselnahme in der New Yorker U-Bahn. Noch bevor die Polizei eintrifft, erlöschen die Lichter und einige unbekannte Angreifer setzen blitzschnell sämtliche Geiselnehmer außer Gefecht. April verfolgt die ungesehenen Retter auf ein Dach und begegnet dort vier übergroßen und sprechenden Schildkröten.
Es ist im neuen Jahrhundert zwar wesentlich ruhiger um die sympathischen, mutierten Riesenschildkröten geworden, gänzlich weg sind sie allerdings nicht. Neben zwei weniger angesehenen Serien entstand eine animierte Verfilmung im Jahre 2007, die zwar eigenwillig war, aber wohl mit zu den besten Verfilmungen zählt.
Der neue Film "Teenage Mutant Ninja Turtles" mit der Beteiligung von Michael Bay ("Bad Boys"-Reihe, "Pearl Harbor") und Jonathan Liebesman ("World Invasion: Battle Los Angeles") ist einmal mehr ein Neubeginn und eine ganz eigene Interpretation. Waren diese einst noch eher niedlich, sehen die neuen Turtles eher gefährlich und bedrohlich aus. Dennoch sind die Charaktere so wie schon immer durchaus witzig und aufgeweckt.
Von der Handlung darf man nicht viel erwarten, denn sie beginnt wieder von vorn und kommt ohne große Überraschungen aus. Weder Fans noch Neulinge bekommen hier etwas aufgetischt, dass über das Mainstreamniveau hinaus geht.
Erwähnenswert ist die Modernisierung, die für eine etwas düstere Atmosphäre sorgt und sogar Feuerwaffen einbindet.
Dennoch ist "Teenage Mutant Ninja Turtles" zu keinem Zeitpunkt schwermütig. Die Protagonisten sind sie so charmant und witzig, dass die wenigen dramatischen Momente kaum bedrückend wirken. Aber das war es, was dieses Franchise schon immer auszeichnete: Die unbändige Lust, krawalligen Trash familientauglich abzuliefern.
Dazu gehören auch die oberflächlichen Anhänger des Foot Clan. Nicht eine Minute wird aufgewendet, um sich deren Motivation zu widmen. Darunter leidet auch die Figur des Shredder, der zwar rundimentär vorgestellt wird, Tiefgang aber völlig fehlt. Die verspielten Verweise auf bisherige Verfilmungen gleichen dieses Manko ein wenig aus.
Wo Michael Bay draufsteht ist natürlich auch einiges an Wucht enthalten. Ganz eindeutig erinnert es an seine "Transformers"-Reihe, wenn der Gegenspieler in einer metallischen Rüstung Klingen gegen die Protagonisten wirft und diese wieder an sich zieht. Unerwartet angenehm ist es allerdings, dass die Kamera ruhig und sehr dynamisch geführt wird. Dies führt zu einigen sehr einsichtigen Nahkampfszenen.
Die Technik ist nicht außerordentlich aber auf aktuellem Stand. Die computergenerierten Mutanten sehen etwas überborden aus, sind aber fein animiert. Explosionen, zerstörte Objekte und digitale Landschaften fügen sich organisch ein. Und die stetigen Actionszenen sind genauso sinnvoll eingestreut wie die frechen Sprüchen der Protagonisten.
Die Darsteller sind zweckmäßig eingesetzt, mehr nicht. Megan Fox ("Jonah Hex") ist nicht in der Lage einen solchen Film zu halten. Ihre Vorzüge sind einzig visueller Natur. Etwas besser präsentieren sich Whoopi Goldberg ("Sister Act"-Reihe) sowie William Fichtner ("Drive Angry", "Equilibrium"), die allerdings in ihren Nebenrollen wenig gefordert werden.
Der Reboot macht die Turtles flott für eine neue Generation von Fans, ohne die alten jedoch zu verprellen. Natürlich ist "Teenage Mutant Ninja Turtles" weit davon entfernt, perfekt zu sein. Inhaltliche Löcher, ein paar fragwürdige Entscheidungen, eine maue Geschichte sowie oberflächliche Charaktere sorgen für ordentliche Abzüge. Dennoch funktioniert das Werk als Mainstreamevent und unterhält ohne Längen aufkommen zu lassen. Gerade da die Actionszenen außerordentlich gut aussehen und der nostalgische Charme enthalten ist. Knappe ...
8 / 10