Review

*** SPOILERWARNUNG ***


Der Podcast von Wallace (Justin Long) und Teddy (Haley Joel Osment) braucht Futter, deswegen macht sich Wallace nach Kanada auf, um Leute mit interessanten Geschichten zu finden. Dabei stößt er auf den abgelegen wohnenden Howard Howe (Michael Parks), der ihm eine Geschichte über ein Walross erzählt, das ihm einst das Leben rettete - und wie sehr er sich dieses zurückwünscht.

Was sich zuerst in Richtung Thriller entwickelt mündet in eine Groteske. Grundsätzlich nicht schlimm, nur findet Regisseur und Autor Kevin Smith keine Balance. Weder schafft es „Tusk“, seine wohl gewollt witzige Seite treffend zu inszenieren, noch ist der Thriller- / Horrorpart derart konstruiert und präsentiert, dass er als solcher funktionieren würde. Auch fehlt eine Identifikationsfigur, allein Wallace ist nicht gerade eine sympathische Figur. Auf emotionaler Ebene konnte der Film mich nicht abholen, es ist eher ein Beobachten, wie das Ganze denn weitergeht.
Leider gibt es dabei immer wieder etwas Leerlauf. Sei es bei der Interaktion mit Wallaces Freundin, die der Charakterisierung dienen soll, aber keine der Figuren wirklich mit Tiefe ausstattet oder bei einem vor sich hin salbadernden Guy Lapointe, der auch noch sich selber spielt. Oder auch icht.
Dabei hat der Film durchaus seine Qualitäten. Er bietet immerhin mal eine Geschichte, die man so nicht alle Tage zu sehen bekommt und zieht sein Ding ziemlich konsequent durch. Wer wissen will, wie die Idee entstanden ist, höre sich den Abspann an.

Justin Long darf sich mit spoilerndem Schnauzer in den Meeresbewohner umschneidern lassen, was derart bizarr anmutet, dass der Horror schnell verfliegt. Die Effekte passen dabei ins Gesamtbild, welches man generell nicht bierernst betrachten sollte. Ansonsten verzweifelt man wohl an der Chose. Oder dreht einfach ein bisschen am Rad wie Howard Howe, an dem Michael Parks wohl ziemlichen Spaß hatte. Haley Joel Osment und Genesis Rodriguez in Nebenrollen tragen letztlich nicht viel bei, müssen als Nebenplot eben irgendwann die Suche aufnehmen.

Irgendwas zwischen Walross und Makrele, irgendwo eine nette Groteske, unterm Strich aber auch bei wohlwollender Betrachtung und goutierter Andersartigkeit mitunter zu zerfahren. Nicht sonderlich packend, trotzdem aufgrund der Idee auf seine eigene Art interessant.

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