Das Original "Hitcher, der Highwaykiller" demonstrierte uns eindrucksvoll, warum es ungesund sein kann, unterwegs einen Anhalter mitzunehmen. Es hat lange gedauert, bis man eine Fortsetzung plante, auch wenn man eine solche nicht unbedingt gebraucht hätte. Doch im Gegensatz zu vielen anderen eilig, und deshalb billig, heruntergekurbelten Sequels von Erfolgsstreifen kann "Hitcher Returns" überzeugen, auch wenn er nicht an den genialen Vorgänger heranreicht.
15 Jahre sind vergangen, seit Jim Halsey (C. Thomas Howell) den psychopatischen Highwaykiller töten konnte. Inzwischen ist er Polizist und arbeitet nach dem Motto "Erst schießen, dann fragen". Leider ist das auch der Grund für seine Suspendierung. Er nutzt die freie Zeit und macht sich mit seiner Freundin Maggie (Kari Wuhrer) auf den Weg nach Texas. Dort will er mit Captain Esteridge arbeiten, der ihn damals vor dem Killer rettete. Als Maggie ihn unterwegs überredet, den verwahrlosten Anhalter Jack (Jake Busey) mitzunehmen, hat Jim ein ungutes Gefühl. Sein schlimmster Albtraum wird wahr. Plötzlich werden sie diverser Morde auf dem Highway beschuldigt. Alles, was ihm und Maggie übrig bleibt, ist, Jack zu überführen. Doch der ist ihnen gefährlich dicht auf den Fersen...
Überraschenderweise verabschiedet sich C.Thomas Howell (Hidalgo) recht zügig aus dem Film, wobei man sich mit seinem kurzen Auftritt allerdings zufrieden geben kann. Aufgrund Howells unerwartetem Ableben nimmt nun Kari Wuhrer (Arac Attack) seinen Platz ein, die den Job ordentlich fortführt und als verzweifelte Gejagte eine gute Figur macht. Natürlich kann Jake Busey (Der Staatsfeind Nr.1) Rutger Hauer bei weitem nicht das Wasser reichen, doch die Vorliebe für Schurkenrollen scheint er ja von seinem Vater Gary geerbt zu haben. So darf Busey meistens nur doof in die Kamera grinsen und den treudoofen Bullen das vermeintliche Opfer vorgaukeln.
Immerhin muss man es Regisseur Louis Morneau (Carnosaurus 2) lassen, dass er sich wenigstens Mühe gegeben hat, eine halbwegs brauchbare Fortsetzung zu inszenieren. So verpasst er dem Film mit Hochglanzoptik und gezieltem Lichteinsatz einen edlen Look, weshalb "Hitcher Returns" oftmals nach weit mehr ausschaut als er eigentlich ist. War der Vorgänger eher düster und dunkel gestaltet, so besitzt die Fortsetzung eine trockenere und dem Handlungsort entsprechende Atmosphäre. Was den Actionanteil angeht, hat Morneau zwar auch hier ordentliche Arbeit geleistet, trifft aber nie den harten und derben Ton des Originals. So bekommt man einige mehr oder weniger blutige Shootouts sowie eine finale Explosion zu sehen. Letzterer sieht man zwar an, dass hier CGI statt "Old School"-Pyrotechnik zum Einsatz kam, doch macht die Explosion letztendlich ein bisschen mehr her als einfaches abknallen des Hitchers, was man ja schon aus dem Vorgänger kennt. Ansonsten hat man bezüglich der Locations auch die richtigen Kulissen gefunden, die neben der schon erwähnten Optik brauchbare Sandlandschafts-Atmosphäre vermitteln. Wo es bei "Hitcher Returns" fehlt ist eine origineleres Drehbuch, da man hier lediglich eine leicht abgeändere Version des Originals serviert bekommt. Das Ableben der aus diesem übrig gebliebenen Personen (Jim, Capt. Esteridge) verleiht dem Streifen zwar einen leicht tragischen und kompromisslosen Ton, der aber im weiteren Verlauf wieder verloren geht. Denn der Rest besteht eigentlich nur daraus, dass Maggie auf den Hitcher trifft, der ihr immer wieder neue Morde in die Schuhe schiebt; die Bullen hier nicht glauben, weshalb sie am Ende selber Jack zur Strecke bringen muss. Kennt man jedoch schon aus der Vorlage, wo man dies auch meistens besser zu sehen bekam. Hin und wieder gibt es dennoch ein paar nette Anspielungen auf das Original, damit man den Film wenigstens nicht beschuldigen kann, kaum was mehr mit dem Vorgänger gemein zu haben.
Somit ist "Hitcher Returns" zwar kein beinharter Highway-Horror wie das Vorgängermodell, kann aber dank passabler Darsteller, einem edlen Look, passender Atmosphäre und brauchbarer Action etwas die dürftige Handlung kaschieren. Darum kann man den Film auch um einiges besser genießen als so manch andere Fortsetzungen, die nur wegen des schnellen Geldes entstanden sind und deshalb meistens erbärmlich geraten sind.