Rund 16 Jahre nach dem Erstling kam es mit „Hitcher Returns“ zu einer direct to video Fortsetzung des Rutger Hauer Erfolgs, die aber nur 10 Jahre nach den Geschehnisse des ersten Teils spielt.
Wieder ist Jim Halsey (C. Thomas Howell) die Hauptfigur, doch inzwischen scheinbar zum selbst zum Psychopathen geworden: Mit einem Flugzeug landet er in einer regnerischen Nacht auf dem Highway und hält einen Mann an, der einen kleinen Jungen im Auto hat. Als sich der Mann ihm nähert, schießt Jim ihn einfach nieder. Doch der Clou an der Sache: Jim ist in Wahrheit Cop, sein Gegenüber ein Entführer und der Junge das Opfer der Entführung. Damit steigt „Hitcher Returns“ gleich recht einfallsreich ein, auch wenn der Rest leider wenig solcher Ideen zu bieten hat.
Doch Jims Vorgehen war eindeutig übertrieben und das zum wiederholten Male – die Suspendierung folgt auf dem Fuße. Zusammen mit seiner Freundin Maggie (Kari Wuhrer) will Jim nun seinen alten Kumpel, den Polizisten Captain Estridge (Stephen Hair), besuchen. Auf der Fahrt nehmen sie den Anhalter Jack (Jake Busey) mit – trotz Jims Phobie seit seinen Erfahrungen von vor 10 Jahren. So spinnt „Hitcher Returns“ immer wieder Verweise zum Original und gibt sich sichtlich Mühe, auch wenn er dessen Qualitäten nicht erreicht.
Jims Ängste erweisen sich berechtigt, denn auch dieser Anhalter ist ein mörderischer Psychopath, den das Paar nur mit knapper Not loswird. Doch der Killer bleibt ihnen auf den Fersen und spielt sein krankes Spiel mit ihnen…
Was nun folgt, ist leider eine ziemliche Kopie des Originals, denn das Rezept ist genau das Gleiche: Der Killer ermordet Personen im Umfeld der Hauptfiguren und schiebt ihnen die Schuld zu, auch die Polizei kommt wieder nicht auf den richtigen Trichter und so muss der Hitcher in Eigenarbeit erlegt werden. Somit fehlt es „Hitcher Returns“ einfach an Spannung, da man nur brav dem Rezept des Vorgängers folgt, auch wenn sich der Plot sichtlich abmüht eigene Wege zu gehen und gelegentlich wirklich überraschen kann *SPOILER* Gerade das Ableben von Jim und Captain Estridge erwartet man nicht. *SPOILER ENDE*
Doch immerhin sitzt mit Louis Morneau ein talentierter B-Filmer auf dem Regiestuhl, der hier zwar nicht die Qualitäten von „Soldier Boyz“ und „Bet Your Life“ erreicht, doch für einen tollen Look sorgt. Im Gegensatz zum düsteren, staubigen Original setzt Morneau hier mehr auf ein Optik, die von orangefarbenen Farbfiltern geprägt ist und „Hitcher Returns“ stets edler als manche direct to video Produktion wirken lässt.
Zudem setzt „Hitcher Returns“ mehr auf Action als der Vorgänger. Das zerstört zwar ein wenig die Atmosphäre, doch die paar recht blutigen Shoot-Outs machen schon was her. Zu einem Actionhammer sind diese zwar nicht zahlreich und auch nicht spektakulär genug, doch dank Morneaus Inszenierung halten sie den Genrefan durchaus bei Laune, wobei vor allem das Finale zu überzeugen weiß.
Weniger schön sind die teilweise recht offensichtlichen Logiklöcher. Zwar war der erste Teil mit seinem gespenstischen, übermenschlichen Hitcher auch nicht immer ein Ausbund an Glaubwürdigkeit, doch hier wirkt alles noch ein wenig unrealistischer (z.B. dass man den Hitcher auf umständliche Weise töten will anstatt ihm einfach den Fangschuss zu verpassen). Immerhin bleibt das Gefasel Jims der neue Hitcher könnte eine Reinkarnation des früheren Highwaykillers nur eine mysteriöse Andeutung und wird nicht weiter verfolgt.
Jake Busey ist optisch ähnlich wie Rutger Hauer aufgemacht, erbringt eine ganz ordentliche Leistung, kommt aber bei weitem nicht an das Charisma seines Vorgängers heran. C. Thomas Howell war nie ein großer Schauspieler, ist ganz OK, wird jedoch von Kari Wuhrer an die Wand gespielt. Diese überzeugt als wehrhafte Heldin auf ganzer Linie.
„Hitcher Returns“ kann den Vorgänger qualitativ nicht erreichen, da man hier nur brav das Rezept kopiert und nicht dessen Atmosphäre erreicht. Dank Louis Morneaus Inszenierung, der netten Actionszenen und einiger guter Drehbucheinfälle jedoch passable Unterhaltung.