Review

Durchwachsenes Sequel von Actionspezi Louis Morneau, dem ich nach einigem Zögern doch nur eine durchschnittliche Bewertung zu Teil kommen lassen will. Nötig war auch diese Fortsetzung zweifelsohne nicht, dennoch fand ich es interessant, C. Thomas Howell, mittlerweile vom jugendlich-leichtsinnigen Autoüberführer zum schießwütigen Bullen herangewachsen, mitsamt hübscher Lebensgefährtin (Kari Wuhrer) noch einmal an einen bestialisch mordenden Highway-Killer (Jake Busey) heranzulassen.
Inhaltlich hat sich dabei im Vergleich zum Vorgänger wenig gändert: Es gibt eine ganze Palette von Mordopfern entlang der Highways (bevorzugt Cops) und unser zu Unrecht verdächtigtes Helden-Pärchen muss sich neben dem Killer auch mit der ignoranten Polizei auseinandersetzen. Soweit folgt man der Story auch recht interessiert und wird überraschenderweise sogar mit einigen unvohersehbaren Ereignissen konfrontiert. Ist man im B-Genre ja normalerweise nicht so gewohnt, daher ein Lob an dieser Stelle - ebenso für die kleinen aber feinen Anspielungen auf den Erstling (Stichwort Friteuse). Wo liegen nun die Unterschiede zum hochklassigen Vorgänger?
An der technischen Seite liegts sicherlich weniger, liefert Regisseur Morneau ("Bet your Life") doch gewohnt schicke (Wüsten-)Bilder incl. einiger stimmiger Zeitraffereffekte. Der Erstling war da insgesamt sogar etwas weniger aufgestylt, bot aber dafür die unterm Strich knackigere Action! "Hitcher Returns" bietet letztlich mehr (blutige) Shootouts als Teil 1, diese langweilen aber auf Dauer, da es wenig Alternativprogramm gibt. Spektakuläre Crashszenen gibts bis auf eine Ausnahme im Finale nicht. Für Explosionen gilt das gleiche, wobei die einzige ihrer Art dummerweise noch mit einem schwachen CGI-Effekt verschlimmbessert werden musste. Masse statt echter Klasse hiess hier (wohl auch budgetbedingt) leider die Devise...

Gibt es dank der vielen Action zumindest keine Langeweile, so nerven dafür die vielen Logiklöcher um so mehr - und da ists selbst für einen B-Actionfilm manchmal einfach zu viel des guten! Es beginnt schon beim überkonstruierten Opening, zieht sich dann über diverse unglaubwürdige Handlungsweisen und mündet schließlich in der völlig übertriebenen Körperexplosion des Finales. Schuld ist meiner Meinung nach schlicht ein unsauberes Drehbuch, denn die allermeisten dieser Szenen hätten sich mit ein wenig nachdenken locker auf halbwegs realistische Weise lösen können...

Im Hinblick auf die schicke Inszenierung und die recht überzeugenden Darstellerleistungen (Jake Busey ist durchaus ein würdiger, wenn auch etwas junger Hauer-Ersatz) könnte man trotz der penetranten Logiklöcher und der etwas eintönigen Action eigentlich von einem recht soliden B-Movie reden. Da sich "Hitcher Returns" aber nunmal mit dem klar besseren und abwechslungsreicheren Vorgänger messen lassen muss, bleibts leider nur bei wackeligen 5 Punkten. Außerdem wird kein Tramper bei allem Bemühen jemals mehr so diabolisch sein wie Rutger...

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