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Weil Jim nachdem er Polizist wurde, immer gleich zur Waffe greift und die Leute erschießt die ihm verdächtig vorkommen, wird er von der Polizei gefeuert und nimmt sich eine Auszeit. Gemeinsam mit Freundin Maggie, begibt er sich nach15 Jahren zum ersten Mal wieder an den Ort, der für ihn damals die Hölle gewesen war, um sich endlich von den bösen Geistern die ihn immer noch quälen, zu befreien. Weil er Maggie sein Trauma aus der Vergangenheit verschwieg, und sie keine Ahnung hat von seinen Qualen, zwingt sie ihn, einen Anhalter mit zu nehmen, was sich aber sehr bald als großer Fehler raus stellt und plötzlich beginnt Jims gefürchteter Albtraum wieder von vorn.

Es ist schon irgendwie lustig, bei Remakes oder Fortsetzungen des 1986 Klassikers über die Gefahren des Anhalter mitnehmens, ist in jedem zweiten Satz zu lesen, das man das Original schlicht nicht mehr toppen könnte. Zugegeben für Rutger Hauer aber auch C. Thomas Howell waren das DIE Rollen ihres Schauspielerlebens und zumindest was Hauer betrifft kaum noch zu überbieten. Auf der anderen Seite war aber das 2007er Remake mit Sean Bean als fiesen Hitchhiker meiner Meinung nach absolut anschaubar.
Etwas abfallen tut die offizielle Fortsetzung in der Richtung eher schon, die beinahe selbst schon ein Remake ist, da man im Grunde alle wichtigen Aspekte ebenfalls einbaut. Wieder ist ein Psycho scheinbar ohne Motiv als Highwaykiller unterwegs, wieder werden die Morde den Unschuldigen zugeschoben, wieder gibt's die grell fotografierte Wüstenoptik und auch die Szene mit dem Truck und Anhänger hat man schonmal gesehen. Größter Unterschied ist da eigentlich der Wechsel des Geschlechts des Protagonisten.
Etwas unglücklich fand ich auch die Zusammenstellung der Charaktere. Howell nimmt sogar seine alte Rolle wieder auf, beweist hier als ziemliche Flasche, das sein Abstieg in die B-Branche nicht zu Unrecht passiert und der Tod dementsprechend nach einer halben Stunde eintritt. Kari Wuhrer als Final Girl ist zu Beginn furchtbar nervig, die mit ihrer Penetranz Anhalter mitzunehmen den ganzen Schlamassel erst ermöglicht, wobei allerdings Jim ihr auch das traumatische Erlebnis von einst vorenthält. Jake Busey müht sich redlich, aber irgendwie hätte ich in der Rolle lieber seinen Vater Gary gesehen, der ja ein Abonnement auf durchgeknallte Figuren hat.
Rekordverdächtig ist dann als Ausgleich der Bodycount. So ziemlich jeder mit einer kleinsten Sprechrolle wird rücksichtslos von Psycho-Jack über den Haufen geballert, bis ihn Maggie dann endgültig zum Roadkill verarbeitet. Hitcher Returns ist zwar der schlechteste der drei Filme, bietet aber immer noch ausreichend Unterhaltung an, um das Anschauen zu rechtfertigen. Natürlich nur dann, wenn man nicht ständig dem Herrn Hauer nachtrauert.
6/10

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