Review

Review enthält SPOILER !

"...und es hätte so schön werden können." dachte ich mir am Ende des Sequels zu dem klasse Psychothriller "Hitcher", doch leider häufen sich zu viele Schwächen um den Film mögen zu können.

Die Fortsetzung macht mit einem überraschenden Beginn anfangs Laune. Auch die nachfolgenden Minuten bis zum Ende der Credits können noch überzeugen. Doch hier beginnen schon die Schwächen. Die folgenden Szenen kommen recht aufgesetzt daher. Anfangs noch ganz okay und typisch (Jim will bloß keine Anhalter mitnehmen ;-) wird es zunehmend abstrus. Allein die Szene in der nach einem Motorradunfall der "Hitcher" schon wenige Sekunden später hinter dem staubigen Nebel zum Vorschein kommt, wirkt unglaubwürdig. Es folgt ein Polizist der dem Päärchen anfangs nicht glaubt verfolgt zu werden, sowie der Auftritt des Hitchers der den Cop zur Strecke bringt. Alle diese Szenen wirken zudem wie einzeln abgefilmt und wollen sich irgendwie nicht in ein Ganzes zusammenfügen. Auch die Dialoge sind nicht immer prickelnd.

Eine Überraschung ist der recht plötzliche Tod von C. Thomas Howell, der leider unspektakulär geraten ist. Die letzten Worte die er von sich geben darf, kommen pathetisch rüber und lassen ein Gefühl echter Trauer leider nur teilweise zu. Der Rest der Story ist altbewährt: Seine Freundin, gespielt von Kari Wuhrer ("Vertical Limit", "Arac Attack"), muß sich nun mit dem neuen Hitcher selbst herumschlagen. Wieder glauben ihr viele Cops nicht und wieder gehen viele drauf. Gegen Ende häuft sich das so stark, das es fast schon unglaubwürdig wirkt. Zudem sich Kari Wuhrer's Charakter auch nicht sonderlich schlau benimmt: Während der Scheißerei in der Bar wirft ihr der Hitcher nach einer Weile die Flinte zu - und sie fängt sie natürlich auf. Klasse. Wieder Fingerabdrücke für die Cops. Außerdem nervt die stetige Tour das der Hitcher das arme Opfer spielt (die Cops müssen echt naiv sein bei dem Schauspiel des Typen) und dann wenig später die halbe Revierbesetzung abmurkst.

Das einzige was in dem Film überzeugt ist die Action, wenn auch anfangs teilweise durch schwache Schnitte gebeutelt. Besonders im Finale wird dem Zuschauer doch noch einiges geboten. Zum Ruderrumreißen reicht dies jedoch nicht. Die ersten 75 Minuten fielen leider sehr mittelmäßig aus. Die pychologische Tiefe des Erstlings fehlt völlig, dafür sorgen auch teils wackelige und zu viele unruhige Kamerafahrten, sowie die langweilige Location. Und das Drehbuch läßt sich auch nicht viel einfallen. Letztenendes zu viele Schwächen um überzeugen zu können.

Fazit: Ansehbares, jedoch bestenfalls durchschnittliches Sequel, das auch als eigenständiger Film nicht richtig funktioniert hätte. Nicht "schlecht", aber ziemlich enttäuschend.

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