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Laine und Debbie sind ziemlich beste Freundinnen, und das schon seit ihrer Kindheit, in der sie sich als 6- bis 7-jährige die Zeit mit einem Ouija-Brett vertrieben haben. Mittlerweile sind sie junge Erwachsene, und natürlich hat Laine (Olivia Cooke) wie Millionen andere in ihrem Alter einen Clip auf ihrem Handy, in dem Debbie (Shelley Hennig) mit Holzbrett und Planchette herumspielt. Doch eines Abends hat Debbie, allein zuhaus, keine Lust mehr darauf und verheizt das Brett im hauseigenen Kamin, nur um es kurz danach unversehrt auf ihrem Bett wiederzufinden - ein Umstand, der die junge Dame so beeindruckt, daß sie sofort die Reißfestigkeit einer Baumarkt-Lichterkette ausprobieren muß. Und tatsächlich, das Plastikding hält und leuchtet sogar noch an ihrem Hals, als sie daran im Treppenhaus baumelt.
Da ihre Eltern sich alsbald in den Urlaub verziehen und Laine praktischerweise den Schlüssel zum Blumengießen dagelassen haben, trommelt diese flugs ein paar gleichaltrige Freunde zusammen, um in trauter Runde das Brett nach dem derzeitigen Wohlergehen Debbies zu befragen. Aber das Brett bockt zunächst und liefert erst später Hinweise darauf, daß die Fragenden die ganze Zeit mit einem anderen Geist falsch verbunden waren. Tja, dumm gelaufen! Aber wie junge Leute in Horrorfilmen so sind, wird Ahnenforschung betrieben und auch ganz schnell herausgefunden, daß da über 50 Jahre zuvor eine Mutter mit zwei Töchtern schon mal mit dem Zauberbrettchen gespielt hat. Damals gab es zwar noch keine Lichterketten aus dem Baumarkt, aber immerhin Nadel und Faden, um kleinen Kindern mit wenigen Stichen den Mund zuzunähen. Und da es Nadel und Faden auch im Handy-Zeitalter immer noch gibt, versucht der Geist es in der Gegenwart mal mit Rollentausch...

Das Ouija-Brett ist ein gefühlt schon millionenfach gesehenes Requisit in Horrorfilmen, fristet dort allerdings in aller Regel nur eine Nebenrolle. In Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel darf es zur Abwechslung mal eine Hauptrolle übernehmen, steht dabei aber so penetrant im Vordergrund, daß nicht die allergeringste Spannung aufkommen mag. Das vom Drehbuch behauptete alltägliche Vorhandensein inklusive Gebrauch des Hexenbretts im Leben der Generation Z ist derart abstrus, daß einen die nachfolgenden Ungereimtheiten schon nicht mehr wundern. Dabei hätte sich Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Stiles White einfach irgendeine andere Einleitung ausdenken können, um neugierige junge Leute an einen Tisch mit dem Brett zu bekommen, denn der nachfolgende Budenzauber unterscheidet sich in fast nichts von dem, was man schon so oft gesehen hat: Gewackel, Geräusche und Geisterfratzen.

Das vorhersehbare Geschehen läuft dann auch stur nach Schema F ab: die fünf Freunde werden vom Geist besucht und müssen das lästige Ding irgendwie loswerden. Dass dabei manche von ihnen draufgehen, scheint die anderen nicht sonderlich zu beeindrucken, Eltern oder Ermittler gibt es in diesem Käsefilmchen sowieso keine. Auch das Abdecken einer mumifizierten Leiche und Schnippeln an derselben in einem Geheimraum im Keller beispielsweise erledigt Laine mit einer Selbstverständlichkeit, die den Zuschauer in Erstaunen versetzen könnte - sofern er nicht schon entschlafen ist, denn die wenigen Jump Scares in dem drögen Geschehen verpuffen relativ wirkungslos. Wer nun wirklich der Geist war, welchen Zweck er verfolgte, weswegen die Rollstuhltante in der Senioren-Residenz geschwindelt hatte kommt sowieso nicht raus am Ende - interessiert aber auch nicht wirklich.

Mit viel gutem Willen könnte man die wenigen, immerhin sauber ausgeführten Spukerscheinungen (weiße Pupillen, vernähte Münder, ein Geist im Nachthemd mit schwarzem Atemhauch) oder die durchweg hübschen Darstellerinnen als Positiva verbuchen, doch dies verschwindet gegenüber dem einfallslosen, völlig uninspirierten Drehbuch. Der Streifen wurde seinerzeit einem Testpublikum vorgeführt, das sich darüber so negativ geäußert hatte, daß gut die Hälfte des Films umgeschnitten und teilweise überhaupt neu gedreht wurde. Nun, viel schlechter als das, was dabei herausgekommen ist, dürfte auch die Ursprungsversion nicht gewesen sein. Der 2016er Nachfolger dieser Schlaftablette (Ursprung des Bösen), als Prequel apostrophiert, war mir schon nur 3 Punkte wert, das hier ist aber nochmals eine Spur belangloser: 2 Punkte.

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