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Korea 1597. Der in Ungnade gefallene Admiral Yi Sun-sin bekommt seinen Posten und das Kommando über 12 Schiffe zurück, als eine neue japanische Invasion bevorsteht. Doch er steht rund 330 Schiffen gegenüber. Bei der Meerenge von Myeongnyang mit ihren gefährlichen Strömungen nimmt er den Kampf auf.

 

Basierend auf wahren Begebenheiten und mehrfach preisgekrönt erzählt der Film von einem wahrlich bemerkenswerten Sieg während der japanischen Invasion von Korea (1592-1598). Sehr aufwändig und mit hohem Budet gemacht, avancierte Der Admiral: Roaring Currents zu einem der erfolgreichsten Filme Koreas. Er ist der erste Teil einer Trilogie, die mit <a href="https://boxd.it/lDUI">Der Admiral 2: Die Schlacht der Drachen</a> (2022) und <a href="https://boxd.it/ozYW">Der Admiral - Tödliche See</a> (2023) fortgesetzt wurde.


Und den Aufwand, der bei dem Film betrieben wurde, sieht man ihm schon an. Das ist schon ein echtes Epos, das den Erfolg wahrscheinlich auch verdient hat. Richtig gepackt hat mich das Schlachtengemälde (in der Langfassung) aber nicht.

Der Film braucht etwa die Hälfte der Laufzeit, um uns zum Beginn der Schlacht und des Schlachtens zu führen. Danach wird erst wieder nach dem Finale für die letzten paar Minuten eine ruhige Gangart angeschlagen. Das Problem dabei ist, dass die erste Hälfte recht zäh ist. Das mag daran liegen, dass zwar Figuren vorgestellt und eingeführt werden, aber speziell der Admiral selbst extrem passiv und mundfaul erscheint und das im Verlauf auch selten ändert. Entsprechend fehlen schlicht Identifikationsfiguren.

Da berührt am ehesten noch das Schicksal eines Scouts auf einem Strohschiff und das seiner Frau. Alle anderen Figuren lassen weitgehend kalt. Hinzukommt, dass wir es hier mit einer Menge Heldenverehrung zu tun haben. Die Japaner sind grausam und böse, benutzen z. B. Kinder für Schießübungen, die Koreaner sind dagegen zwar nicht alle gut, es gibt auch unter ihnen einige Feiglinge, doch letztlich sind sie vom General bis zum Bauern tapfer und heldenhaft.


Auf technischer Seite wurde viel gute Arbeit geleistet. Die Kamera arbeitet sauber, wenngleich man im späteren Deckskampf schonmal leicht den Überblick verlieren kann. Das klärt sich aber meist recht schnell. Trotz der äußerst gewalttätigen Natur der Schlacht inkl. wirklich vielen abgeschlagenen Häuptern, wird auf krasse Blutexzesse während der Kampfszenen verzichtet. Intensiv sind sie dennoch.

Schade ist aber, dass sich die ohne Segel und nur von Ruderern angetrieben Schiffe sichtbar zu schnell bewegen. Zudem ziehen sie Verwirbelungen im Kielwasser hinter sich her, wie sie nur von Schiffsschrauben verursacht werden, die es, so deucht mich, anno 1597 wohl nicht gab. Im Prinzip eine Kleinigkeit, die mich aber jedes Mal auf's neue rausgerissen hat. Ansonsten sind die Schlachtszenen, vor allem die Wirkungen der Kanonen, wuchtig in Szene gesetzt. Über die japanische Steinschlossmusketen-Scharfschützin, die weiß-nicht-wieviele-100 m präzise trifft, wollen wir mal den Mantel des Schweigens ausbreiten.


Epos mit wuchtiger Schlacht, aber zu lang und insgesamt etwas zäh und zu wenig packend.

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