Als bewährte Methode der Weiterführung einer Serie kann auch die Erzählung der Vorgeschichte dienen, recht beliebt und bei den richtigen Voraussetzungen durchaus eine interessante Art, die chronologisch nachfolgenden Teile zu erweitern.
Die Geschichte des God of Gamblers bietet sich dafür absolut an, zumal hierbei auch einige Erklärungen für die Mechanismen der Figur gegeben werden, obwohl man auf die Kontinuität nicht so wirklich Wert legte.
Die Geschichte des Filmes wird in einer Rückblende erzählt, Ko Chun [ Leon Lai ] wartet 1986 allein in seinem Zimmer auf ein offensichtlich sehr wichtiges Spiel und will vorher noch jemand sehen. Sister Seven [ Anita Yuen ] liegt im Krankenhaus, beide haben sich bereits 1969 als Kinder das erste Mal gesehen, danach wurde Ko Chun von Mr. Kent adoptiert. Jahre später ist er zusammen mit seinen Stiefgeschwistern Ko Ngo [ Francis Ng ] und Hing [ Gigi Leung ] Teil eines perfekt ausgebildeten Trios, wobei jeder von ihnen spezialisiert wurde.
Als die asiatische God of Gamblers Competition ins Leben gerufen wird, soll Ko Chun für Mr. Kent gewinnen; der Plan wird kurz vorher geändert, Ko Chun bekommt einen Kopfschuss verpasst und Ko Ngo räumt sowohl die Veranstaltung als auch Chun’s Freundin Hing ab.
Seven päppelt den geistig angeschlagenen Ko Chun zusammen mit ihren Freunden So [ Cheung Tat Ming ] und Dragon [ Jordan Chan ] wieder auf...
Am meisten Diskussionen und Stirnrunzeln hat wahrscheinlich die Besetzung der Hauptrolle mit Teenieschwarm Leon Lai hervorgerufen, der ja nun nicht gerade als charismatischster oder lebendigster Schauspieler seiner Generation gilt und dessen Popularität erwachsenen Menschen eher ein Rätsel darstellt.
Lai übernimmt die schwierige Rolle allerdings für seine Umstände gemessen relativ souverän, erreicht die Präsenz Chow Yun Fat’s natürlich zu keiner Zeit, aber macht sich ganz gut. Ein Clou ist dafür das Casting von Jordan Chan als Dragon, der jede Szene klaut und sich hierbei auch als überzeugender Actiondarsteller qualifiziert; jede Actioneinlage wird durch ihn entweder ausgelöst oder bestimmt.
Diese beruhen hierbei zum ersten Mal in der Reihe vorzugsweise auf Martial Arts, was erfreulich knackig und fix herüberkommt und auch in Sachen Quantität nicht zu vernachlässigen ist; Deon Lam und Ma Yuk Shing haben wirklich gute Arbeit geliefert.
Hängen tut der Film leicht im Mittelteil: Die Verletzung und langsame Genesung Ko Chun’s erinnert nicht nur zufällig an den Plot des Erstlings und wird hierbei auch sentimentaler und kitschiger erzählt, was aber auch an der aufkeimenden Liebesgeschichte liegt.
Ansonsten ist die Handlung nach dem narrativ schwachen 2ten Teil wieder viel direkter und auch gut strukturiert; dass der Film runde 25min kürzer ist als die beiden anderen kommt der Straffheit und Dichte zugute.
Diesmal wird auch weit mehr Gambling geboten, die Spielszenen bilden sowohl Mittelpunkt als auch Rahmen der Handlung, der Film geht ums Spielen. Dabei sind die Twists am Ende nicht von schlechten Eltern und machen einige vorherige Schwachpunkte durchaus wieder wett.
Das wars dann aber mit der Reihe, ein neuer Charakter sollte mit dem Conman kurze Zeit später eine erneute Saga schaffen.