Review

kurz angerissen*

Man sollte vermutlich in erster Linie Vergleiche ziehen mit dem anderen bunten Monster-Trash, der uns zuletzt zugemutet wurde, “I Frankenstein”. Der von computeranimierten Fledermausschwärmen angetriebene „Dracula Untold“ ist ähnlich effekthascherisch und hohl, ebenso leer und leicht. Aber auch Brett Ratners „Hercules“ drängt sich irgendwie auf: In beiden Fällen werden Mythen dekonstruiert auf der Suche nach dem Menschen im Monster (beziehungsweise Halbgott). Wo sich „Hercules“ aber noch einigermaßen originell mit Legendenbildung und Sinnestäuschung beschäftigt und am Ende die Möglichkeit offen lässt, dass sein Titelheld „nur“ ein tapferer Krieger war, da folgt Gary Shore dem Pfad eines konventionellen Prequels: Welcher Mann steckte einst hinter der blutrünstigen Kreatur? So die wenig einfallsreiche Frage, die nun auch nicht gerade die Hauptfaszination am Thema Dracula ausmachen.

Die Konflikte, die Fürst Vlad dabei durchstehen muss, sind auf dem Papier nicht ohne, werden aber von Luke Evans regelrecht gelangweilt begleitet; auch Charles Dance als Urvampir sieht man nicht unbedingt an, dass er am ewigen Leben in der Dunkelheit leidet, allerdings trägt er seine Spezialeffekte auch auf dem Gesicht wie Clowns-Make-Up. Immerhin hat er einen relativ furchterregenden ersten Auftritt, der aber eher der Bedrohung eines wilden Höhlentiers gleicht und auch gleich das Ende des Grusels in diesem Film markiert.

Durch die Reihen der Türken wird nach erhaltenen Kräften in Fledermausschwarm-Form gepflügt, als gäbe es kein Morgen; beklemmende Kriegssituationen stellen sich dadurch ebenso wenig ein wie berührende Familien- oder Liebesschicksale. Die Ausrichtung deutet klar auf flüchtige Unterhaltung. Das gelingt immerhin etwas besser als beim Frankenstein-Pendant, was für sich betrachtet aber keine wirkliche Leistung ist. Spätestens der Epilog deutet auf Sequel- und Crossoverwünsche für eine weitere moderne Auflage der 40er-Jahre-Universal-B-Horrorsequels, wie sie Mitte der 00er-Jahre schon mal mit „Van Helsing“ versucht wurden. Möge Gott uns also allen gnädig sein.

*weitere Informationen: siehe Profil

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