Dracula untold erzählt uns die Vorgeschichte, wie es zu Bram Stokers Urvampir gekommen sein hätte können sollen... und das klingt ja schon mal ganz spannend und sehenswert.
Doch trotz durchaus spektakulärer Szenen und üppiger Spezialeffekte verzettelt sich der Film leider storytechnisch zunehmend zwischen der historischen Figur des Pfählers Vlad, die nur als Auftakt zur Geschichte herhalten muss und dem inneren Zwiespalt der Hauptfigur (Evans) zwischen Pflichterfüllung gegenüber seinem Land/Volk, seiner Familie oder doch nur dem eigenen Genpool? Das klassische unterlegener-Guter versus übermächtiger-Böser Klischee wirkt mir jedem Seitenwechsel immer abgedroschener.
Der brave wackere König Vlad will sein Land, oder besser die wehrfähigen Söhne seines Landes vor der Ausbeutung durch einen übel gesonnenen Verbündeten schützen und entscheidet sich für den offenen Widerstand gegen den übermächtigen Türken, nachdem er in einer Höhle auf ein Wesen (wieder mal Charles Dance) gestossen ist, das den eigentlichen Hintergrund für den Vampirismus darstellt, worauf hier aber nur insoweit eingegangen wird, dass am Ende des Films ein Ausblick in die Gegenwart gegeben wird...
Anspruchsloses Popcornkino.
Warum der "Gute" (?!) schlussendlich erst sein Volk per Vampir-Konvertierung vor dem Bösen Osmanen "rettet", um es nach getaner Rache dann höchstselbst niederzumetzeln wirft die ebenfalls klassische Frage nach dem Sinn dieser Geschichte auf: "Was will uns diese Werbesendung sagen?"
Die Antwort könnte wohl etwa so lauten : "Also liebe Mädels und Jungs! Wenn ihr den Film toll gefunden habt, dann müsst ihr in noch ganz doll oft wieder gucken. Denn nur wenn er sich für uns auch ganz toll gelohnt hat, drehen wir vielleicht eine Fortsetzung ..." ;-)
Von mir gibt's 7 Punkte für ein paar nette Ideen und sehenswerte Effekte.