Review

Als alter Fan der PC-Spiele-Reihe war die kürzliche TV-Ausstrahlung für mich natürlich Pflicht. Angesichts der vielen schlechten Resonanzen über den Film war meine Erwartungshaltung selbstverständlich nicht sehr hoch. Aber siehe da: Ich wurde recht ordentlich unterhalten.

Wer jedoch größere Ansprüche an Story und Darsteller hat, sollte auf andere Sci-Fi's ausweichen, denn Story ist so gut wie gar nicht vorhanden. Sprich: Böse Außerirdische bedrohen die Erde, tapfere menschliche Piloten bieten ihnen Paroli. Muss ich mehr sagen? Und auch die Darstellerliste ist nicht gerade erlesen. Zwar sind einige bekannte Gesichter vertreten, jedoch werden sie entweder in Nebenrollen verheizt oder die größten Nieten für tragende Rollen eingesetzt. Wieso z.B. ein so renommierter Mime wie Jürgen Prochnow, der definitiv über gute darstellerische Fähigkeiten verfügt, in einer unsympatischen Nebenrolle eingesetzt wird ist mir schleierhaft. Ebenso, wie man auf das schmale Brett gekommen ist, Freddie Prinze Jr. als Protagonisten einzusetzen. Einfach null Ausstrahlung hat der Typ, da hätte man genauso gut einen Pappaufsteller verwenden können. Recht überzeugend hingegen kam Mathew Lillard rüber, der dem völlig durchgknallten "Maniac" aus der PC-Reihe durchaus Leben einzuhauchen verstand. Ebenso bemüht sich die süße, goldige Saffron Burrows, ihrem Charakter "Angel" Profil zu verleihen, was ihr auch auf weite Strecken gelingt. An die Wand gespielt werden sie jedoch alle von Tchécky Karyo: Fast schon souverän sein Spiel um das sympathische Rauhbein "Paladin", der sich mit der Zeit zu DEM Sympathieträger des Films entwickelt. Der Rest der Darsteller und deren Leistung ist nicht weiter der Erwähnung wert, meist wird Durchschnittliches geliefert.

Was die Plotline angeht, so muss man sagen, hat man noch so einiges aus dem Vakuum der Story herausgeholt, wenngleich man den Kurs einer Actionorientierten Handlung konsequenter hätte verfolgen sollen. Streckenweise sind die Dialogszenen einfach zu weit ausgewälzt, ebenso die Lagebesprechungen in der Kommandozentrale. Oft muss man lange warten, bis endlich mal wieder rumgeballert wird. Die Actionszenen sind jedoch sehr schön umgesetzt, allem voran die "Dogfights" im Weltraum. Die fulminante Raumschlacht im Oddyseus-Korridor zeigt eindeutig, was mit einem größeren Budget und einem actionreicheren Drehbuch möglich gewesen wäre. Ach die Gefechte zwischen Großkampfschiffen, die sich stark an U-Boot-Kämpfen orientieren, wissen durchaus zu überzeugen. Dass dabei die Grenzen des Realismus natürlich stark gebogen werden, ist ja abzusehen. So hat der Zuschauer über einige Logiklöcher hinwegzusehen: Die Frage, warum z.B. plötzlich die Piloten als Marines eingesetzt werden bleibt unbeantwortet. Auch die Tatsache, dass man im Weltraum gar kein Sonar benutzen kann, übersieht man einfach. Wenn man sich über jeden einzelnen solcher Fehler Gedanken macht, ist man den ganzen Film über am Grübeln. Vor dem Filmstart lautet die Devise: Hirn abschalten.

Was Technische Umsetzung angeht, bietet sich hier ebenfalls Licht und Schatten:
Was die Special Effects angeht, so haben sie mir durchaus gefallen, vor Allem die Weltraumscharmützel sind wunderschon inszeniert. Ich verstehe wirklich nicht, warum viele Kritiker sogar an den Effekten rumgemosert haben, ich habe im Kino schon weitaus missratenere Computereffekte erlebt. Klar, bessere sicher auch, aber man muss dabei auch immer wieder auf das niedrige Budget des Films verweisen, und auch, dass die Effekte aus Chris Robert's eigener Spieleschmiede stammen.
Die Kulissen wirken recht billig, das Innenleben der Tiger Claw erinner mehr an das eines U-Bootes, als an einen hochmodernen Raumträger. Überhaupt lehnt man sich in der Gestaltung der Stets sehr an Motive aus WKII an. Warum man in der Zukunft auf einem so großen Trägerschiff immer noch leben muss wie ein Matrose, ist nicht ersichtlich. Trotzdem gewöhnt man sich mit der Zeit an den eigenartigen Stil, schlimmer wärs gewesen mit glatten, einfarbigen Oberflächen ("Krankenhaus-Look"), wie in Star Trek TNG.
Unverzeihlich hingegen ist das schrottige Design der Kilrathis: Die prächtigem Katzenwesen wichen extrem künstlich wirkenden Gummipuppen, mit extrem dämlichen Stimmen. Einfach die Stimme mit nem Pitcher tiefer gemacht, das wars schon! Einfach grausig! Zum Glück sind sie nur kurz im Film zu sehen, aber in den gezeigten Sekunden wusste ich nicht so recht, ob ich nun Lachen oder weinen soll.
An der Musik hingegen gibt es gar nix zu mäkeln, ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich das Titelthema vor mich hinpfeife. Top!

Fazit: Ich muss zugeben, dass ich recht positiv überrascht war. auch wenn ich in meinem obigen Review recht viele Mängel aufgezählt habe. Der Film macht einfach Spaß, wenn man nicht den Fehler macht, groß drüber nachzudenken. Es ist einfach jammerschade, dass kein größeres Budget zur Hand war, dann hätte man vielleich mehr Scharmützel, wie in der Mitte des Films, spendieren können, und auch den Kilrathi ein würdigeres Aussehen verpassen können. Dann stünde er vielleicht einen echten Rivalen zu Star Wars und co. dar, und käme über den Status einer "leicht verdaulichen Sonntag-Nachmittags-Kost" hinaus.

Kurz und knapp: Fans Actionbetonter Sci-Fi's haben Starterlaubnis, alle Anderen sollten sich umgehend versetzen lassen.

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