Review

Bei den Science-Fiction-Filmen der letzten Jahre wechseln sich Licht und Schatten ab – und „Wing Commander“ gehört eindeutig zu letzterer Kategorie.
Die Menschen befinden sich im Krieg mit den Kilrathi, einer katzenartigen Rasse von Außerirdischen. Diese nehmen die Pegasus Basis der Menschen ein und erbeuten ein Navigationsgerät. Der Auftakt erzeugt Heiterkeit: Es gibt keine richtige Raumschlacht zu sehen, dafür werden die Kilrathi Schiffe nicht gesichtet, weil der Radaroperator in diesem Moment seinen Platz verlässt (*murharhar*).
Da die Kilrathi mit dem erbeuteten Gerät die Erde vor der Flotte erreichen können, liegt die Hoffnung bei dem Großkampfschiff Tigerclaw. Die Instruktionen werden dem Schiff von James Taggert (Tcheky Karyo) übermitteln, welches die beiden Ersatzpiloten Christopher Blair (Freddie Prinze Jr.) und Todd Marshall (Matthew Lillard) zur Tigerclaw bringt. Wer die Spiele nicht wenigstens etwas kennt, der wird mit den ganzen Bezeichnungen vermutlich seine Schwierigkeiten haben; von der Vorgeschichte um die Pilgerkriege ganz zu schweigen.

Die Crew der Tigerclaw muss die Kilrathi für zwei Stunden aufhalten, damit die Flotte die Erde rechtzeitig erreichen kann. Blair und Marshall leben sich zwar recht schnell ein, aber Blair wird diskriminiert, weil seine Mutter eine Pilgerin war (eine Gruppe von Menschen, die damals einen Krieg mit dem Rest der Menschheit begann). Doch bei dem Versuch das Navigationsschiff der Kilrathi auszuschalten treten erhebliche Schwierigkeiten auf...
Zur Verfilmung des Computerspiels zog man die „Wing Commander“ Schöpfer Chris und Erin Roberts heran. Das garantiert zwar Werktreue, aber leider haben die keine Ahnung von Regie. Für eine PC Spiel Verfilmung hapert es bei „Wing Commander“ sehr bei den Effekten. Bei den reinen Weltraumszenen fällt dieses nicht so sehr auf, aber in Verbindung mit Sets oder realen Personen fällt es auf. Absoluter Hoch- oder besser gesagt Tiefpunkt dieser Entwicklung: Die Kilrathi. In einem vernebelten Gefecht klappen sie getroffen nach hinten wie Schießbudenfiguren und wenn man sie später deutlich sieht, wünscht man sich den Nebel wieder her. Denn hier sie die Kilrathi aus wie alte Exponate aus einer stillgelegten Geisterbahn.
Die Story bietet einige Wendungen, in denen die recht bekannten Schauspieler nach und nach zu Helden werden. Meistens wird aber nur pathetisch, bierernst und ohne die geringste Ironie dahergelabert, egal ob die Themen Freundschaft, Liebe oder Diskriminierung im Weltall sind. Allerdings sind die Dialoge so mies wie in einer schlechten Schnulze. Dazu kommen noch diverse Logiklücken in der Größe der Tigerclaw (warum sichern die Kilrathi ihr erbeutetes Navigationssystem so schlecht und lassen es mit im Raum in einem Schiff ohne Eskorte stehen?).

Die Weltraumschlachten sind teilweise ganz OK und in ihnen sind auch die wenigen wirklich guten Effekte (z.B. diverse Explosionen von Großkampfschiffen) zu finden. Leider sind sie kurz und von geringer Zahl, so dass viel zu viel Zeit mit den miesen Dialogen draufgeht. Zwischendurch wird auch mal an Bord eines Kilrathi Schiff Mann gegen Alien geballert, aber diese Szene ist nur sehr kurz (irgendwie besetzen die Kilrathi ihre Schiffe nur mit wenig Kanonenfutter).
Die Schauspieler sind relativ bekannt, haben aber alle schon besseres abgeliefert. Freddie Prinze Jr. sieht so aus als wollte er unangebrachterweise „Eine wie keine“ ins All zu verlegen. Matthew Lillard spielt routiniert ähnlich wie in „Scream“ den sympathischen, abgedrehten Kumpel und Saffron Burrows ist alles andere als überzeugend. Sonst eher als Fieslingsdarsteller bekannt, sind Tcheky Karyo („Bad Boys“) und Jürgen Prochnow („Replacement Killers“) ziemlich unterfordert, was man ihrem blassem Spiel anmerkt.

„Wing Commander“ ist ein ziemlich schwaches Filmchen, bei dem mittelprächtige Effekte, gelangweilte Akteure und vor allem grottenschlechte Dialoge jedes Flair zerstören.

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