Review

Steven Seagal war hier in der Blüte seiner Actionzeit. Nach einem seiner besten Film, nämlich " Marked for Death " kam er ein Jahr später mit diesem knallharten Selbstjustizactioner auf die Leinwand. Regie führt hier John Flynn, welcher in diesem Genre schon Erfahrung vorzuweisen hat, denn er hat 1977 den Selbstjustizstreifen " Der Mann mit der Stahlkralle " abgedreht.
Auch hier geht es hammerhart zur Sache, so hart, dass man den Film indizieren musste und leider wird auch im Free-oder Pay TV immer nur eine verstümmelte FSK 16 Fassung gezeigt.
" Out for Justice " ist auch nicht für das breite Publikum gedacht, sondern nur für Action und Seagal Fans und beide Parteien kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

In den 80er Jahren war Selbstjustiz das Hauptthema für einen guten Actioner und auch Anfang der 90er, war dieses heute sehr heikle Thema noch oft present. Doch dann wurde es still um die Blutrache und was heute nur danach aussieht wird entweder unkenntlich gekürzt oder sofort indiziert.
1991, wo dieser Film gedreht wurde, sah man das noch nicht ganz so tragisch, aber trotzdem wurde auch am FSK 18 Video leicht die Schere angelegt.

Inhalt:
Gino Felinos ( Steven Seagal ) Partner Bobby Lupo wird brutal von dem durchgeknallten Serienkiller Richy Madano ( William Forsythe ) erschossen. Dieser will in seiner letzten Nacht in Brooklyn noch einmal richtig die Sau raus lassen und erschießt jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Nur Gino macht sich auf die Jagd nach dem Wahnsinnigen und seiner Gang. Aber auch die Mafia will Richy ans Leder und Gino hat somit noch mehr Probleme am Hals. Es beginnt eine Hetzjagd durch Brooklyn und Gino kommt dem Geheimnis auf die Spur, warum Bobby Sterben musste. Und bald ist auch Richy an seiner letzten Station angekommen und es kommt zum Showdown.

Fast ohne Ironie und Humor wird hier Selbstjustiz verübt. Gino schnappt sich ne Flinte und einen zivilen Wagen und machts sich auf die Suche. Und sein Chef billigt dies auch noch, ohne auch nur einen Ton zu sagen, das waren noch Zeiten, wo einen die Unkorrektheiten nicht gestört haben.
Zugegeben, die Story ist sehr einseitig und damit das dem Zuschauer nicht so drastisch auffällt, hat man noch die Mafia eingebaut. Gino ist ja selber Italiener und ist mit ein paar Leuten aus der Familie befreundet. Auch Diese versuchen Richy zu kriegen, aber es ist ja im Vorhinein klar, wer den Killer schnappt. Ist auch nur als kleiner Aufhänger gedacht.
Schön zu sehen, ist wie sich der Charakter von Gino während dieser Jagd entwickelt. Er wird immer gnadenloser und nimmt sogar Familienteile von Richy grundlos fest. Doch nach einem Gespräch mit seiner Frau, bekehrt er sich wieder zum Guten und versucht dem Ganzen ein Ende zu machen.

Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Action. Diese ist knallhart, kompromisslos und blutig und wird von einem coolen Score begleitet, welcher von David Michael Frank stammt. Sogar ganze Lieder laufen während dem Film ab.
Gino achtet kein Gesetz und geht knallhart gegen seine Gegner vor. Ob er sie nun brutal zusammenschlägt, Knochen bricht, Messer durch die Hand jagt oder sie erschießt, hauptsache blutig und nicht auf dem Dienstweg. Ein Gegner bekommt sogar ein Bein abgeschossen, oder Gino mischt eine ganze Bar auf. Die Barschlägerei darf in keinem Seagalfilm fehlen. Auch die Konfrontation mit Richy könnte brutaler kaum ausfallen, denn dieser wird von Gino regelrecht zu Tode geprügelt.
Dazu passt die sehr triste und kriminelle Kulisse von Brooklyn bestens.
Die Action gibt es zwar nicht so reichlich wie in anderen Seagalfilmen, aber gut über den Film verteilt und wie immer 1A inszeniert. Und bei einer kurzen Laufzeit von knapp 90 Minuten kommen eh keine Längen auf.

" Out for Justice " ist einer der Seagalactioner, wo der Minimalmime wirklich kaum schauspielerisch etwas leisten muss, hauptsache er macht in der Action eine gute Figur, was er auch tut. Sonst braucht er nur ein oder zwei Gesichtsausdrücke, die völlig ausreichen um die Rache durchzuführen. Natürlich passt die Rolle zu ihm, aber er kann schon noch ein bisschen mehr.
William Forsythe als komplett wahnsinniger Richy gibt eine sehr schräge Figur ab. Die Rolle nimmt man ihm ab, obwohl er manchmal leicht overacted.
Auch Gena Gershon ( Bound, Red Heat ) ist in einer Nebenrolle als Richys Schwester Petty zu sehen.
Die restliche Darsteller sind eher unbekannt.

Fazit:
Hammerharter, kompromissloser und ironiefreier Selbstjustizactioner. Die Action ist 1A inszeniert und antürlich ultrabrutal. Auch Spannung kann zeitweise aufkommen, obwohl die Story ziemlich flach ist, aber besser aussieht, als sie ist. Die Darsteller sind sehr solide, Seagal zieht seine übliche Nummer durch und Forsythe gibt den durchgeknallten Gegenpart ab. Die Kulisse Brooklyns wird perfekt und realistisch eingefangen und auch der rockige Sound klingt toll. Für Action und Seagalfans ein absolutes Muss ( so wie ich Einer bin ), der Rest sollte die Finger davon lassen.

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