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Das waren noch Zeiten als Major Produktionen sinnlos und brutal sein durften. Ein Paradebeispiel dafür ist der Seagal Kracher „Out For Justice“, der in Deutschland zu dem Film „Deadly Revenge – Das Brooklyn Massaker“ umgemodelt wurde. Es lebe die Titelschmiede! Austausch eines englischen Titels gegen einen ENGLISCHEN Titel. Genial!!!

Gino Flino (Seagal) ist ein harter Cop. Als sein Kollege und Freund von dem durchgeknallten Richie Madano (William Forsythe) auf offener Straße erschossen wird, sieht Gino rot. Mit cooler Mütze, einer Flinte und einem Auto unter dem Arsch zieht er los, um Richie auf Eis zulegen. Allerdings ist er nicht der einzige, der Interesse an Richie zeigt, denn auch die Mafia hat ein Hühnchen mit ihm zu rupfen.

Was für ein Film! „Deadly Revenge“ ist sicherlich einer der besten Streifen in Steven Seagals Karriere. Die Handlung gibt zwar (gewohnt) nicht viel her und dient dem Film nur als Vehikel einige recht brutale Schlägereien und Shoot Outs zu präsentieren, macht aber gerade deshalb auch so viel Spaß. Seagal verkörpert seine Rolle wie eh und je und zieht bei jeder Gelegenheit seine „Ich lege meine Waffe weg, damit du auch eine Chance hast“ - Nummer durch. Die Fans jubeln und dem Mainstreamgucker entweicht nur ein entnervtes Seufzen in Anbetracht solcher Szenen.

Die übrige Schauspielerriege bietet zwar keine wirklich hochkarätigen Namen, dennoch hat man es mit bekannten Gesichtern zu tun. Die Chraktere werden alle klischeebehaftet aber routiniert gespielt, nur William Forsythe (mit genialer Frisur und Schenkelbürste) mimt den Irren etwas zu überdreht, sorgt dafür aber auch für den ein oder anderen Grinser. Ansonsten gibt es ein noch ein Wiedersehen mit Gina Gershon („Red Heat“, „Face Off“), die auch hier wieder eine gute Figur macht.

So schön sich das Werk unter der Regie von John Flynn („Lock Up – Überleben ist alles“, „Brainscan“) auch mundet, die Action ist nicht ganz so zahlreich wie man es gerne hätte. Wenn es dann aber zur Sache geht, scheppert es auch ganz ordentlich. Knochen knacken, Zähne fliegen und nen Beil gibt es auch in die Hand, alles garniert mir recht blutigen Ballereien. Die Action ist auch noch gut in Szene gesetzt worden, nichts sieht in irgendeiner Wiese billig aus. In Sachen Atmosphäre und Flair wurden ebenfalls keine Punkte verschenkt. Die Schauplätze wirken real und haben nix von sonst gerne genutzten billigen Studiokulissen.

Eine Frage beleibt für mich aber offen. Wieso trägt Seagal seine coole Mütze nicht den ganzen Film über?

Fazit: „Deadly Revenge“ ist geiles Ami Action Gewaltkino mit Gehirnausschaltgarantie. Seagal Fans müssen das Teil sowieso angucken, da gibt es nix!

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