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Dass der Erstling eines gewissen Patnaik R.P. bei der breiten Masse gnadenlos durchfällt, liegt möglicherweise an der trashigen Umsetzung einer an sich ambitionierten Grundidee, denn endlich sind es nicht die zugedröhnten Teens, die einem namenlosen Killer nahe einer Waldhütte zum Opfer fallen. Doch so richtig geht hier die Dämonenpost auch nicht ab.

Eine gottesfürchtige Gemeinde lebt zurückgezogen auf dem Land, in der Amy (Jessica DiGiovanni) und Robert (Kurt Mason Peterson) sich langsam annähern. Doch dann nimmt Amy als einzige wahr, wie Menschen im Dorf nach und nach besessen werden. Der ominöse Chris (Christopher Atkins) steht ihr mit seiner medialen Begabung zur Seite...

Einige Zeit wähnt man sich im ländlichen Amerika des 17. Jahrhunderts, da weit und breit keine moderne Technik zu sehen ist und die Figuren wie in einer streng puritanischen Gemeinde agieren. Bis dann irgendwann der Groschen fällt: Amish, na klar, deshalb auch Amy.
Mit der Titelfigur wird man recht schnell warm und auch ihr Umfeld ist treffend besetzt, nur dauert es eine ganze Weile, bis endlich mal ein wenig Bewegung ins Spiel kommt.

Die herbstliche Stimmung wird derweil gekonnt eingefangen und auch wenn der Score zuweilen ein wenig kitschig klingt, so überzeugt er primär im letzten Drittel mit einigen choralen Einsätzen. Nur der eigentliche Spuk bleibt bei alledem deutlich auf der Strecke.
Mal huscht ein schwarzer Schatten durchs Geäst, ein Mädchengesicht erhält dämonische Züge, ein Spiegelbild ist verzerrt und im Dorf huschen albern animierte Geisterchen umher.
Die Qualität der CGI manifestiert sich letztlich während des Showdowns, als Cormans "Der Rabe - Duell der Zauberer" mithilfe farblich unterschiedlicher Magieblitze munter gecovert wird, - etwas billig wirkt das Ganze schon.

Immerhin wird gegen Ende noch ein kleiner Twist in die Runde geworfen und einige Hintergründe bleiben bis zuletzt ein wenig nebulös, doch mit etwas mehr Fingerspitzengefühl im Hinblick auf die Besessenheit wäre definitiv mehr drin gewesen.
So bleibt ein okay performter, handwerklich passabler Mystery-Streifen mit guten Ansätzen, einigen atmosphärischen Lichtblicken und einer Story, die im Endeffekt deutlich mehr Spannung benötigt hätte, um wirklich zu überzeugen.
4,5 von 10

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