Da muss die deutsche Verleihfirma bei der Titelvergabe einen geradezu spaßigen Tag erwischt haben, zumal in letzter Zeit ja alle erdenklichen Persönlichkeiten und Gruppierungen gegen Zombies antreten. Tom Sawyer ist allerdings nicht jener Kumpan von Huckleberry Finn, zumal der hier anwesende Colonel gar keinen Vornamen besitzt und so gesichtslos bleibt, wie der übrige Klumpatsch der Billigproduktion.
Die Welt hat es mal wieder dahin gerafft und überall gieren infizierte Untote nach dem Fleisch der letzten Überlebenden. Col. Sawyer ist einer von jenen, der die Asche seiner verstorbenen Frau zum Meer bringen will. Während seiner Reise lernt er die taubstumme Stephanie und den einstigen Priester Wilson kennen, welche nun gemeinsam versuchen, an einen sicheren Ort zu gelangen...
Regisseur Rene Perez konnte bereits einige Erfahrungen im Bereich des Zombiefilms sammeln, - genützt hat es ihm augenscheinlich wenig, denn bis auf das passable Make-up und die Silikonmasken der Untoten stimmt hier nahezu gar nichts.
Die Figurenzeichnungen fallen mager aus, es gibt nur drei relevante Protagonisten und diese werden bis auf Stephanie, die erst einmal einem potentiellen Peiniger entkommen muss, ideenlos und ohne Liebe zum Detail eingeführt.
Derweil klingt die Sounduntermalung wie von einem Keyboard mit Automatik-Begleitung, das Hauptthema ist eng an das von "28 Days Later" angelehnt und als es zu einer etwas längeren Auseinandersetzung zwischen Held und Zombies kommt, wird gar ein drittklassiger Indie-Song bemüht, welcher an der Stelle völlig deplatziert wirkt.
Auch die Synchro ist nicht sonderlich toll, da einige Damen vor oder im Studio offenbar zu mittelschweren Drogen griffen, was fast schon zur Erheiterung beiträgt, da sich der Stoff ansonsten verdammt ernst nimmt.
Nur leider tritt dieser recht ziellos auf der Stelle, da Konfrontationen ohne Gespür fürs Timing eingebunden sind, kurze Zeitlupen aus ungünstiger Kameraperspektive rein gar nichts bringen und auch darstellerisch weniger als Mittelmaß geboten wird.
Die wenigen Splattereffekte wie Halsbiss oder Gedärmentnahme sind zwar handgemacht, doch ansonsten fließt auffallend wenig Blut, welches bei den Zombies gar grün ist, warum auch immer.
So findet sich in der Geschichte lediglich ein halbwegs emotionaler Moment, der spannungsfreie Showdown interessiert final schon nicht mehr und während der ohnehin schon dünne Inhalt phasenweise durch Dialoglast langweilt, bewirken die karge Ausstattung und die austauschbaren Kulissen nur noch mehr gähnende Leere.
Ideenloses Konzept, in jeder Hinsicht schwache Umsetzung und wenig engagierte Mimen komplettieren den negativen Gesamteindruck und somit sei von dem phasenweise amateurhaften wirkenden Film schlicht abgeraten.
2,5 von 10