Review

"When the messiah of evil returns, the moon will turn red, and the living dead will prowl the night and previously "regular" people will become flesh-eating zombies!"

Mit diesem reißerischen Satz weckt die Brentwood DVD die Neugier des Zuschauers, und zumindest ich wurde von dem Film nicht enttäuscht.
In der ersten Szene sehen wir einen Mann entlang einer Mauer durch die Nacht rennen, bis er zuflucht findet in einem fremden Garten, wo ein Mädchen den vor Erschöpfung am Boden liegenden zärtlich streichelt, bis sie ihm mit einem Rasiermesser die Kehle durchschneidet. Diese ambivalente Stimmung wird zusätzlich durch das zur musikalischen Untermalung verwendete romantisch-ruhige "Hold On To Love" von Raum MacKinnon verstärkt. Die Szene gibt zwar vorbildlich an, in welche seltsame, leicht surreale Richtung sich der Film entwickeln wird, hat aber sonst keinerlei Bedeutung für die weitere Entwicklung der Handlung.
Der Protagonist, eigentlich die Protagonistin, ist eine Junge Frau mit dem eigenartigen Namen Arletty, die in die Stadt Point Dune fährt, um herauszufinden, weswegen ihr Vater, ein Maler der sich in dieses Küstennest zurückgezogen hatte, den schriftlichen Kontakt zu ihr abgebrochen hat. Auf dem Weg in die Stadt hält sie an einer Tankstelle, wo auch ein Albino-afrikaner auftaucht, dessen befremdliche Erscheinung sich als nicht unberechtigt entpuppt, hat der liebe Mann doch einige Leichen im Pick-up. Da es der Tankwart ist, der die Leichen sieht, rät er Arletti, schnell zu verschwinden, und sie macht sich sogleich auf, das Haus ihres Vaters zu besuchen. Den Genregesetzten entsprechend ist ihr Vater nicht da, und Arletti beginnt am nächsten Tag Nachforschungen anzustellen. Sie erfährt, dass außer ihr auch das nach urbanen Legenden suchende Trio Toni, Thom und Laura an ihrem Vater interessiert zu sein scheint, und sie besucht die drei in ihrem Hotelzimmer während sie einen obdachlosen interviewen, der ihnen etwas über die Vergangenheit von Point Dune verrät.
Am Abend tauchen Thom und seine beiden weiblichen Begleiter im Haus von Arlettis Vater auf, um eine Unterkunft zu finden, da nachdem der Obdachlosen tot aufgefunden worden ist kein Hotel sie aufnehmen möchte. Genervt von den Ereignissen macht sich Laura auf, ihre Gefährten zu verlassen, und landet schließlich im Pick-up des Albinos von der Tankstelle...

Erstaunlich, dass so viel in den ersten dreißig Minuten eines Films passieren kann, und auch wenn die Inhaltsangabe auf dem Cover der Brentwood-box einiges verrät, will ich nicht tiefer eingehen auf das Geheimnis, das hinter Point Dune lauert.
Der Film schafft es sehr gut, eine befremdliche Atmosphäre aufzubauen, sei es mit Hilfe der Synthesizermusik, des zwielichtigen Verhaltens der Stadtbewohner, die scheinbar nur nachts ihren Zombietrieben frönen oder der intensiven Farbgebung. So scheinen vereinzelt farbige Lichtquellen verwendet worden zu sein, und da die Handlung in Teilen im Haus eines Malers spielt, sind auch die Wände über und über mit farbigen flächen, aber auch unzähligen nach den Gesetzen der Popart gemalten Personen. Auch gibt es einige sehr schöne Einstellungen, so ist z.B. gleich am Anfang, als Arletti aus dem Off ihre Erzählung ankündigt, ein langer, hell erleuchteter gang zu sehen, durch den unscharf eine Frau spaziert, bis sie am Ende des Kommentars im Focus auftaucht.
Ein Ästhetischer Horrorfilm also, der zwar ein paar Längen aufweist, aber mit wundervollen Bildern und Szenen, und einer gelungenen Atmosphäre überzeugt.

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