Review

Quallen und Algen fehlen noch im Repertoire der mutierten Wasserbewohner im Hause Asylum, ansonsten müssten bald alle durch sein. Viel lernt man über die Gattung der Neunaugen nicht, außer diese locker auf dem Land kriechen können, jeden unbedarften Angler anspringen, im doppelten Dutzend allerdings großen Respekt vor einer Shannon Doherty haben.

In der Nähe vom Lake Michigan stimmt etwas nicht mit der Population der Neunaugen. Michael, der Mann vom US-Wildlife Service untersucht die Gewässer und stellt einen unnatürlichen Blutdurst fest und will das Gebiet nach einigen zivilen Todesopfern evakuieren lassen. Doch der hiesige Bürgermeister (Christopher Lloyd) hat etwas dagegen…

Die Mischung aus Piranha, Aal und Egel wird zuweilen recht unappetitlich in Szene gesetzt, „ein Anus mit Zähnen“ wie Dohertys Figur zwischenzeitlich treffend bemerkt. Die CGI gehen größtenteils in Ordnung, nur in größeren Schwärmen unter Wasser erscheinen die Viecher reichlich konturlos. Dafür sorgen sie für einen annehmbaren Bodycount und einige Splattereinlagen wie einen herausgerissenen Augapfel, ein paar Saugwunden und entstellte Gesichter.

Derweil bleibt die Figurenkonstellation überschaubar: Michael, seine Familie, ein Arbeitskollege und der Typ der Teenagertochter sorgen für heldenhafte, oftmals unnötig gefährliche Einsätze, während der Klischeebürgermeister den genretypischen Ignoranten abgibt, bis er die Gefahr selbst zu spüren bekommt.
Für viel Bewegung und Tempo wird zumindest gesorgt, denn die Neunaugen überwinden zunächst Hindernisse wie Turbinen, später klettern sie über Mauern, noch viel später geraten sie in die Kanalisation und mischen das Volk ein wenig auf.

Innovativ fällt hier rein gar nichts aus, der Familienkitsch wird oft bis zum Rand des Erträglichen ausgereizt und leider nimmt sich die Handlung weitgehend ernst und versucht erst gar nicht, mit etwaigen Aufheiterungen Abwechslung zu erzeugen.
Eher unfreiwillig komisch sind da hingegen irrationale Verhaltensweisen und das willkürliche Verhalten der Neunaugen, welche einige potenzielle Opfer komplett ignorieren, andere binnen weniger Sekunden in Stücke bohren.

Was bleibt, sind brauchbare Mimen, darunter einige bekannte Gesichter wie Zack Ward und Gerald Webb, ein zweckdienlicher Score, eine solide Kamera und ein zügiger Erzählfluss, der innerhalb der 86 Minuten kaum Verschnaufpausen zulässt.
Das weitgehend sinnfreie Treiben dürfte Konsumenten von Asylum Produktionen nicht fremd sein, da bildet vorliegender Streifen keine Ausnahme und liefert unterm Strich einen passablen Unterhaltungswert mit kleinen Abstrichen in Sachen Humor und Logik.
6 von 10

Details
Ähnliche Filme