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Filmschmieden aus den B-Reihen scheinen derzeit ein wenig auf den Spuren Arnold Schwarzeneggers zu wandeln, denn nach dem unsäglichen "Terminator Rising" folgt der Predator, der jedoch nichts mit dem Original gemein hat und sich eher wie die aufgemotzte Fassung eines Videospiels anfühlt.

Der ominöse Firmenmogul Cromwell (Eric Roberts) vermisst einen wichtigen Wissenschaftler in den geheimen Laboren in Kasachstan, weshalb er die BlackJacks, eine US-Spezialeinheit, für den Fall beauftragt. Gemeinsam mit der Hellseherin Lisa (Kristina Anapau) entern sie die Anlage und müssen bald feststellen, dass sie hier nicht allein sind...

Obgleich das Titelgebende bereits nach wenigen Sekunden zuschlägt, sieht man es eine Stunde lang gar nicht, erst dann tritt das Monster in Erscheinung, welches von der Gestaltung her durchaus überzeugen kann, dessen Aussehen hingegen relativ austauschbar wirkt und entfernt an ein Alien auf vier Beinen erinnert.

Die Heldentruppe besteht aus zwei, drei halbwegs interessanten Figuren und auch die junge Hellseherin ist treffend besetzt und bringt ein paar mystische Momente ins Spiel, wobei nie ganz deutlich wird, über welche Fähigkeiten sich ihre Gabe wirklich erstreckt.
Die wenigen Bösewichte dienen eher als Stichwortgeber und bestehen lediglich aus Klischees, wobei Roberts immerhin genug Präsenz mitbringt, um jene Gestalt nicht gänzlich langweilig erscheinen zu lassen.

Der Fokus liegt derweil auf der Hatz durch leere Katakomben, lange Gänge und kleine Laborräume, was in seiner Konzeption stark an Ballerspiele erinnert. Die Egosicht der Kreatur mit grellen Farben und arg verwackelter Kamera hätte man sich allerdings schenken können und auch die Dropped Frames und plötzlichen Standbilder bringen der Optik rein gar keinen Vorteil. Zwar sind die Lokalitäten weitgehend treffend gewählt und das Tempo wird konstant hoch gehalten, doch auf Dauer ermüdet die sinnlose Ballerei in alle Richtungen, da die Truppe eigentlich frühzeitig bemerken müsste, dass der Gegner nicht mit herkömmlicher Munition zu verletzten ist.

Allzu viel Blut fließt unterdes nicht, es gibt eine Handvoll Einschüsse, ein paar harmlose Durchbohrungen und eine kaum mehr erkennbare Leiche, während die CGI okay aussehen und auch die Animation des Monsters (dem Abspann nach zu urteilen von einer Truppe von Serben entworfen) recht gelungen ist.
Der Score bietet allenfalls zweckdienliche Temponummern, die Sounduntermalung hält sich leider arg zurück, allerdings wird auch kaum Zeit gegeben, die klaustrophobische Stimmung des düsteren Schauplatzes auszukosten.

Für die Zeit der Sichtung unterhält der simple Actioner innerhalb seiner knappen 76 Minuten ganz okay, kurz danach ist er inhaltlich auch schon wieder vergessen, da die überaus dünne Story keinerlei Tiefe besitzt, etwaige Hintergründe komplett ausgeklammert werden und lediglich das militärische Taktieren einigermaßen glaubhaft erscheint.
Für Freunde wilder Ballereien in labyrinthartiger Umgebung okay, Genrefans die Abwechslung suchen, sollten sich eher anderweitig umsehen.
4 von 10

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