Review

kurz angerissen*

"Insider" ohne glaubwürdige Insider-Perspektive... "Collateral"-Digitalkamera-Ästhetik und doch so unnahbar. Michael Mann beweist mit seinem Hacker-Actionthriller "Blackhat", dass er momentan nichts zu sagen hat.

Wo die Hacker-Thematik derart offensichtlich als Vorwand für eine Breitwand-Krimihatz herhalten muss, würde man jedenfalls nicht den Mann vermuten, der beim 99er-Werk über die Machenschaften der Tabakindustrie so nah am Puls war. Selbst in Sachen Optik und Akustik herrscht seit über 10 Jahren Stagnation. Ihre Bedingungslosigkeit hat die digitale Aufnahmetechnik jedenfalls längst verloren, sie ist nurmehr Markenzeichen des Regisseurs, der es zwar immer noch versteht, packende Situationen aus ihrer Unmittelbarkeit zu generieren, die jedoch bereits zum dritten Mal in Folge in einen leeren Kontext eingebettet sind.

Hemsworth mit all seinen Muskeln und seinem Starappeal ist allenfalls eine obskure Randbemerkung, die nicht völlig fehlschlägt, aber ebensowenig punktet. Unbefriedigend ist vielmehr das gerade gegenüber "Heat" fehlende Gefühl der Ehrfurcht vor der gesamten urbanen Kulisse, die Schauplatz unglaublichster Geschichten über Verbrechen sein kann, die sich im direkten Radius des Erlebens abspielen. Eine finessenfreie Maulwurf-Konstellation reicht nicht aus, um dieses Erleben zu aktivieren, nicht einmal, als Mann nach einem völlig uninteressanten und spannungslosen Anfangsteil beginnt, seine rudimentär noch vorhandenen Stärken auszuspielen und bei Nacht sein Netz über die chinesischen bzw. indonesischen Schauplätze auszubreiten.

So mausert sich "Blackhat" trotz holprigen Starts gerade noch ins Ansehnliche, hinterlässt aber den bitteren Nachgeschmack, ein simples Puzzle der früheren Werke des Regisseurs zu sein, das enttäuschend schnell zusammengesetzt ist und am Ende nicht einmal etwas abbildet.

*weitere Informationen: siehe Profil

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