Ob verwaiste Krankenhäuser, Psychiatrien, Altersheime oder wie hier Gefängnisse, - sie locken Freunde paranormaler Erscheinungen massenweise an und faszinieren durch ihre größtenteils düstere Aura. Das zum Erbrechen überstrapazierte Stilmittel der wackeligen Handkamera lässt Regisseur Andrew P. Jones zwar außen vor, doch rein inhaltlich bietet er nichts, was den interessierten Gruselfilmfreund das Fürchten lehren könnte.
Das vierköpfige TV-Team der Reality-Show "Geister im Visier" muss mit sinkenden Quoten kämpfen, eine Abmahnung ihrer Produzentin (Dee Wallace in einer kleinen Gastrolle) gibt ihnen beinahe den Rest. Da erscheint ein alter Kauz und bittet das Team um Joel und Kate um Hilfe: Im verlassenen Freeling Gefängnis sollen Dämonen umgehen, doch sei es bislang niemandem gelungen, diese auch nur ansatzweise dingfest zu machen. Voller Vorfreude lassen sich die Reporter auf eine Nacht im Gefängnis ein...
Neu sind die Geschichten über ermittelnde Geisterjäger beileibe nicht und im vorliegenden Fall fällt das Ergebnis auch nicht sonderlich kreativ aus. Die Figurenzeichnungen sind noch einigermaßen tauglich, die Vorgeschichte mit Untersuchungen in einer Pizzeria schürt ansatzweise Atmosphäre, doch abgesehen vom halbwegs stimmungsvollen Schauplatz geschieht in den verwaisten Räumlichkeiten der ehemaligen Haftanstalt rein gar nichts, was nicht unzählige Pendants zuvor in ähnlicher Form darbrachten.
Zum Background gehören natürlich kleine Flashbacks, welche äußerst knapp bemessen sind und nur wenig von der Historie offenbaren, hinzu kommen die üblichen Erscheinungen auf Überwachungsmonitor oder im Hintergrund eines Raumes und zuletzt darf auch nicht der irre Wissenschaftler mit verbotenen Experimenten an den Häftlingen fehlen.
Was folgt, sind Geistergestalten in irgendwelchen Ecken, Figuren werden wie von unsichtbarer Macht weggezogen, während selbstverständlich alle Ausgänge blockiert sind und das Team ums Überleben kämpft. Allerdings auf kaum spektakuläre Art, denn als es eigentlich zur dramaturgischen Steigerung in Form eines Showdowns kommen müsste, ist dieser bereits gelaufen und es wird noch eine kleine Moral angehängt, welche im Vorfeld bereits absehbar war.
Den an sich tauglichen Mimen ist bei alledem wenig vorzuwerfen, die Kamera arbeitet okay und auch das Make-up bei den wenigen Effekten geht in Ordnung. Doch mit einer Handvoll Geistergestalten, zwei, drei Szenen vager Gewaltdarstellung und kaum stattfindenden Begegnungen zwischen Gut und Böse ist kein Blumentopf zu gewinnen, zumal sich die Ideenlosigkeit bereits kurz nach Ankunft im Gefängnis abzeichnet und die Bedrohung kaum konkrete Züge annimmt.
Ergo geht es weder sonderlich temporeich, noch spannend zu und es mangelt an allen Ecken und Enden an Überraschungen, finsteren Erscheinungen und mitreißenden Auseinandersetzungen.
Dass die ansonsten oftmals nervige Wackelkamera keine Verwendung findet, könnte sogar als Manko eingestuft werden, - denn was nicht deutlich im Bild erfasst wird, ist oftmals aufregender als das, was man deutlich sieht und das bleibt bei "Apparitional" äußerst überschaubar.
3 von 10