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Hitchcock gilt als der wohl größte Könner in Sachen Thriller-Unterhaltung. Seine Filme waren mitunter nur so vollgestopft mit bester Suspence und begeisterten ein Publikum auf der ganzen Welt. Aber nicht nur Hitchcocks Filme können für einen schweißtreibenden Filmgenuss garantieren, auch viele andere Filme des Genres mögen durchaus überzeugen, wenn sie auch unter Alfreds großem Namen meist untergingen. So auch "Der Puppenmörder" aus England, dem wohl nur ein kleiner Kreis bekannt sein dürfte. An die Qualitäten eines Hitchcocks kommt dieser Streifen aber sicher ran.

Wie es der Name schon sagt, geht es in "Der Puppenmörder" um einen mysteriösen Killer, der bei jedem seiner Opfer eine Puppe zurücklässt, die dem jeweiligen Opfer wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Inspektor Holloway macht sich daran diese merkwürdige Mordserie aufzuklären und stößt dabei unter anderem auf eine verrückte Puppenherstellerin und deren sonderbaren Sohn. Haben sie etwas mit den Morden zu tun? Die Story bedient sich wunderbar an altbekannten Details des Krimis und variiert sie auf eine gar köstliche Art und Weise. Die Storyschreiber haben sich einen geschickten Plot ausgedacht, der zum Genre passt, wie die Faust aufs Auge.

Dabei schaffen sie es vor allem, den Zuschauer bis zum Schluss am Ball zu halten. Obwohl einem schnell ein Mörder präsentiert wird, so ist man sich doch nie wirklich 100% sicher, ob man nun auf der rechten Fährte ist und ob man am Ende nicht doch noch, mit einer großen Wendung, überrascht wird. Auch wenn diese Wendung dann unterm Strich ausbleibt, so kann vor allem das Ende noch einmal richtig auffahren und den Zuschauer aufs trefflichste Verwirren. Den am Schluss spielen sich zwei Verdächtige ordentlich den Ball zu, so dass der Zuschauer nun wirklich doch noch einmal ins Grübeln kommt, ob er auf das richtige Pferd gesetzt hat. Jedenfalls hat man am Ende eine wunderbare 50/50-Chance, um auf den richtigen Mörder zu tippen.;)

Aber auch in Sachen Atmosphäre kann "der Puppenmörder" wunderbar überzeugen. Wie es sich gehört, spielen sich die Morde allesamt in der Nacht ab und können somit wunderbar mit der schwarzen Dunkelheit in Einklang kommen. Dabei sind die Morde mitunter recht drastisch ausgefallen, so dass z. Bsp. eines der Opfer sein Leben mit einem Bunsenbrenner ausgelöscht kriegt, ein anderes von hinten erdrosselt wird und ein drittes, nicht nur einmal, mit dem Auto überfahren wird. Gore gibt es dabei aber nicht zu sehen, dass Grauen spielt sich mehr im Kopf des Zuschauers ab. Und das ist ja meist allemal besser, als der härteste Splattereffekt (der hier zudem überhaupt nicht gepasst hätte). Dazu dann noch eine wunderbare Musikuntermahlung, die ebenfalls für ein wunderbares Fröstel-Gefühl sorgen kann.

Was die Darsteller angeht, so wird durchgehend beste "Ware" abgeliefert. Patrick Wymark ist als Hauptkommissar Inspector Holloway schlichtweg wunderbar und Margaret Johnston als kratzige alte Puppenlady "Von Sturm" macht ihre Sache ebenfalls hervorragend, genauso wie all die anderen, mehr oder (meist) weniger bekannten, Schauspieler hier. Einwandfrei!

Fazit: Spannendes und höchst atmosphärisches Thrillererlebnis aus den 60er-Jahren, dass mit seinem raffiniertem Plot, dem wunderbaren Spannungsaufbau, einer fröstellichen Atmosphäre und knackigen Mordszenen genau das bieten kann, was der geneigte Thriller-Fan sehen will. Dazu einen wirklich großartigen (wenn auch recht kurzen) Showdown und wunderbare Darstellerleistungen. Wer als mal wieder einen 60er-Jahre Thriller sehen will, der nicht von Hitchcock ist, aber von Hitchcock sein könnte, der wird mit diesem wunderbaren Thrillerfilmchen wirklich bestens bedient.

Wertung: 8/10 Punkte

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