Review

„Born to Fight“ erweist sich als durchschnittliches Rothrock-Vehikel, das seine dünne Story nicht hinter den Fights verstecken kann.
In Hongkong stellen ein paar Finsterlinge jede Menge Falschgeld her, welches auch in die USA rüberschwappt, weshalb man dem Fälschertreiben Einhalt gebieten will. Die Truppe der Bösen wird bei der Einsatzbesprechung des FBI kurz dem Zuschauer vorgestellt und enthält alle obligatorischen Charaktere: Den reichen Obermotz, die Chefin des Tarnunternehmens sowie eine Horde besonders begabter Prügelknaben in gehobener Position – nichts neues also für den Actionfan.
Das Tarnunternehmen ist in diesem Falle eine Zeitung, in die man die Agentin Cindy (Cynthia Rothrock) als Reporterin einschleust, damit sie Beweise sammelt. Daher rührt dann auch der internationale Vermarktungstitel „Lady Reporter“. Dem Titel entsprechend spielt das Zeitungsgeschäft dann auch im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle, obwohl Frau Rothrocks verdeckte Ermittlungen schnell vorbei sind.

Cindy erregt nämlich bei einer Durchsuchung der Druckerei großes Aufsehen und muss erst mal einer Horde angreifender Schmutzfinken auf die Dromsel hauen, um zu entkommen. Doch das hält sie nicht vom weiteren Ermitteln ab, auch wenn das die Hongkonger Polizei gar nicht gern sieht, da in ihren Augen das FBI nichts in Hongkong verloren hat...
Die Story von „Born to Fight“ gewinnt keine Blumentöpfe für Originalität. Fast alle Elemente sind hinlänglich bekannt (und das nicht nur dem hartgesottenen Genrefan), so dass nur wenig Spannung aufkommt. Auch diverse Wendungen überraschen nur mäßig, auch wenn die Geschichte immerhin ein hohes Tempo vorlegt. Auch die meisten Subplots tragen nur wenig zur eigentlichen Handlung bei und sind nur schmückendes Beiwerk.
Auch die Komik des Films ist doch eher auf plumpem Asia-Niveau und macht den Film nicht wirklich interessanter. Viele der Gags sind einfach ziemlich doof und animieren nicht gerade zum Lachen (z.B. die Elektroschocks oder das Verhalten des Vaters nach den Drogen), aber immerhin ein paar nette Gags (z.B. das mit dem Verrückten, der sich für einen Sittenpolizisten hält) kann der Film dennoch vorweisen.

Doch alles ist bei „Born to Fight“ nicht verloren, denn die Actionszenen, die an sich ausschließlich Martial Arts mit ein ganz paar Stunts bieten, sind wirklich sehr temporeich und können sich sehen lassen. Leider kann ihre Menge nur bedingt die schwache Story aufwiegen, denn es gibt an sich nur drei wirklich ausgiebige Kampfszenen: Gerüstfight, Kämpfe in der Fabrik und den Showdown, wobei letzterer dafür, dass er eigentlich der Höhepunkt des Films sein sollte, doch recht kurz ausfällt. Aber dafür sind die Kämpfe in der Fabrik zur Halbzeit des Films echte Highlights und sicherlich die besten Actionszenen von „Born to Fight“.
Cynthia Rothrock spielt hier bestenfalls durchschnittlich und kann dabei nur wenige Zuschauersympathien auf sich ziehen. Auch die asiatischen Nebendarsteller sind alles andere als eine Offenbarung, spielen aber immerhin alle Mann ganz solide.

08/15-Story und schwache Komik stehen spektakulären Fights gegenüber: „Born to Fight“ ist alles in allem Durchschnitts-Action für den Genrefan.

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