Review

Nett und belanglos...21.01.2017

Das ist einer dieser Filme, bei denen man weder etwas richtig schlechtes noch richtig gutes schreiben kann. Die Handlung ist seltsam simpel: das alte Ehepaar Ruth und Alex lebt seit 40 Jahren in einer Wohnung, will diese verkaufen und eine neue suchen, da man beschwerliche Treppen zu steigen hat. Zudem ist der alte Hund krank und muß operiert werden. Am Ende ist dann alles wie am Start. In diese schmale Handlung werden weitere Subplots eingewoben, allerdings ohne auch nur ansatzweise zu Ende erzählt zu werden...Rückblenden in die Vergangenheit des Paares, einige Begebenheiten mit Wohnungsbesichtigern und dazu noch eine wahrlich blöde, durch Fernsehbilder erzählte, vermeintlich irgendwie politisch motivierte Story um einen verunfallten Laster auf der Brooklyn Bridge, bei dem ein versuchter Anschlag vermutet wird.

Es sind vor allem diese Nebenstränge, die mich in der Rückschau ärgerlich werden lassen, denn der ohnehin recht kurze Film wird durch diese in keiner Weise verbessert, sondern nur künstlich auf die Laufzeit von 89 Minuten aufgeblasen. Es ist ein Nichts von einem Film, dem wir hier beiwohnen, ein Film, der vielleicht vieles sein will, am Ende aber doch mal so gar nichts richtig macht. Alex ist schwarz, Ruth weiß, in Rückblenden wird daraus ratzfatz irgendwas mit Rassentrennung. Die Hundestory ist dermaßen blöd und unwichtig, daß man sich nur aufregen kann. Alex ist Künstler, der Markt scheint schwierig...egal, wird angerissen, nicht weiter problematisch. Ruth konnte keine Kinder bekommen...ja, na und? Weiter geht es, denn auch die Besichtiger sind allesamt nicht Menschen wie Du und ich, sondern meist seltsam, aber auch hier wird nicht eine Begebenheit weitergesponnen als nur durch ein paar Dialogzeilen und Aufnahmen.

Wenn man das zusammenfaßt, erkennt man das Problem: es gibt keine Handlung, aber man hätte durch Weglassen einiger Unterelemente und Verlängerung der anderen hier einen durchaus besseren Film machen können. Denn eingangs sagte ich es schon, so richtig schlecht ist der Film nicht. Wir sehen eine ruhige Geschichte, die im Kern das Problem behandelt, dem wir uns alle vielleicht einmal ausgesetzt sehen...wenn wir alt sind und keine Treppen mehr steigen können. Und nach 40 Jahren aus einer mit Erinnerungen behafteteten Wohnung wegzumüssen ist etwas anderes, als umziehen zu wollen. Naja, die Hauptdarsteller machen einen guten Job, irgendwie auf Autopilot, aber eben nett...

Kurzum: wer mal sehen will, wie man eine Wohnung verkauft und einfach Berieselung braucht, der kann entweder Vox gucken oder hier zuschlagen...ist beides belanglos. hier ärgern mich indes die vielen verpaßten Möglichkeiten...5/10.

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