kurz angerissen*
Auch wenn die Prämisse kombiniert mit dem Hauptdarsteller den schlimmsten Nonsens aller Zeiten befürchten lässt, weicht "The Cobbler" deutlich ab von dem Unfug seiner Frat-Pack-Connection rund um Kevin James & Co. Er lehnt sich lieber an den märchenhaften Charakter von Produktionen wie "Klick" oder "Bedtime Stories" an. Eine an den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreichende Rückblende mit geschmackvollen Setpieces verleiht der Handlung einen traditionellen Rahmen und damit zugleich ein gemäßigtes, weniger ausgeflipptes Erzähltempo als gewohnt.
Trotzdem sind es immer noch Schuhe mit gestaltwandlerischer Wirkung, die die Regeln bestimmen und von Fashion-Travestie über Verwechslungs-Comedy immer mal wieder an das klassische Hollywood erinnern, von "Manche mögen's heiß" über "Der verrückte Professor" bis "Tootsie" (oder, wenn man im Oeuvre der Sandler-Kollegschaft bleiben möchte, "Hot Chicks"). Die New Yorker Ladenbesitzer-Gemütlichkeit, wie man sie beispielsweise auch in der Tim-Story-Filmreihe "Barbershop" kennt, wird mit Bürgerrechtsaktivismus aufgemotzt, dem Sandler mit der ihm innewohnenden Ruhe begegnet, bevor die Phantastik in den trägen Realismus einbricht.
In keinerlei Hinsicht kann man diesen Mix als sonderlich anspruchsvoll oder auch nur gelungen bezeichnen, die Künstlerisch-wertvoll-Plakette ist nicht einmal in Reichweite; er schmerzt allerdings auch nicht ganz so sehr wie etwaige Kindskopf-Ausflüge an den See und wird selbst mit der rührseligen Schlusspointe so manchen Seufzer der Zufriedenheit ernten können, selbst bei jenen Naturen, denen die Schuh-Idee an sich eigentlich zu doof ist.
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